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Sportstättengebühr: Stadt und Politik schieben sich den Schwarzen Peter zu

„Hätte die Kuh gern vom Eis gehabt“

Springe (zett). Bevor es morgen im Finanzausschuss ernst wird in Sachen Haushalt, steht eins schon fest: Die ganz großen Spar-Sprünge wird es auch im neuen Sanierungskonzept nicht geben. Um so ärgerlicher scheint da, dass ein Langzeitprojekt nach wie vor auf Eis liegt: die Sportstättennutzungsgebühr.


Schon seit gut anderthalb Jahren bastelt die Politik an einer machbaren Variante, mit der man die Nutzer von Plätzen, Hallen und Bädern zur Kasse bitten und sie so an den Betriebskosten beteiligen kann. Im September noch hatte Sportausschuss-Chef Heinrich Freimann (CDU) angekündigt, möglichst zur Ratssitzung im Dezember endlich Nägel mit Köpfen machen zu können. Doch bereits der Sportausschuss selbst verstrich in diesem Monat ohne eine entsprechende Vorlage – und auch im Haushaltssicherungskonzept bis 2014, das ab morgen im Finanzausschuss diskutiert wird, fehlen die erhofften Einnahmen in Höhe von etwa 55 000 Euro pro Jahr.

Freimann gab sich gestern auf NDZ-Anfrage zerknirscht: „Ich hätte die Kuh gerne vom Eis gehabt. Aber es liegt nicht an meiner Person“, erklärte er – und verwies auf die SPD-Fraktion, die nach wie vor intern über einen Kompromiss zum Gebührenkonzept berate. Doch Fraktionschefin Katrin Kreipe wies die Schuld für die Verzögerung gestern vehement zurück – und reichte den Stab an die Verwaltung weiter: „Von da muss eine Vorlage kommen, über die wir dann beraten.“

Die Verwaltung wiederum scheint ob der entgangenen Einnahmen nicht gerade in bester Laune. Im Rathaus scheint die Vermutung vorzuherrschen: Die Politik will da nicht ran. Sportfachdienstleiterin Gabriele Tegtmeyer erklärte gestern, man orientiere sich weiter an der inzwischen seit einem Jahr bestehenden Gebührenregelung für die Schulferien. Demnach muss jeder Verein 5 Euro pro Stunde und pro genutztem Hallenteil zahlen – eine Regelung, die so oder ähnlich auch auf die restliche Zeit des Jahres ausgeweitet werden sollte. Inzwischen rechnet die Verwaltung hierfür mit 5900 Euro Einnahmen pro Jahr – nur ein Bruchteil der durch die bisher nicht erhobene Gebühr möglichen Einnahmen. Freuen wird die Verzögerung deshalb auch die Vereine. Viele hatten immer wieder angekündigt, wegen der drohenden Mehrkosten die Mitgliedsbeiträge anheben zu müssen – oder gar das Training in den Hallen einzuschränken.



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