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Gutes Zeugnis, aber nicht frei von Schwächen

Springe. Die Stadtverwaltung ist im Großen und Ganzen gut aufgestellt, könnte aber noch bürgerfreundlicher und koordinierter organisiert werden. Das ist die Kernaussage eines jetzt präsentierten Gutachtens, das in den vergangenen Monaten von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in Köln erstellt wurde.

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Die wichtigsten Ergebnisse der rund 70 000 Euro teuren Organisationsuntersuchung waren bereits vor einigen Wochen vorgestellt worden (NDZ berichtete), jetzt legte die KGSt ihren Abschlussbericht auf den Tisch. Bürgermeister Jörg-Roger Hische und sein Vertreter Gerd-Dieter Walter können sich danach grundsätzlich bestätigt fühlen – die von ihnen vor einigen Jahren eingeführte Fachbereichsverwaltung kommt gut weg. „Die Analyse der Aufbauorganisation hat keinen wesentlichen Handlungsbedarf ergeben“, heißt es bei der KGSt. Die Zahl von drei Fachbereichen sei angemessen. Trotzdem gibt es Verbesserungsvorschläge und Kritik. Die wesentlichen Punkte:

Es gibt zu viele Fachdienste, und Zuständigkeitsüberschneidungen. Die Gutachter empfehlen Zusammenlegungen, vor allem in der Baubehörde, aber auch im Bereich EDV, Personal und Organisation. Gebündelt und somit gestärkt werden sollte das Gebäudemanagement (zuständig zum Beispiel für Reinigung) bei einem einzigen Fachdienst. Beim Bürgermeister, so eine andere Empfehlung, sollte eine Stabsstelle „Strategische Steuerungsunterstützung“ angesiedelt werden – daran angedockt das Referat Stadtmarketing.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Gutachter bei der Personalentwicklung. „Bis zum Jahr 2030 scheiden 52 Prozent der heute Beschäftigten altersbedingt aus – also mehr als die Hälfte in nur 17 Jahren“, schlägt KGSt-Experte Matthias Kreutzer Alarm. „Für jedes privatwirtschaftliche Unternehmen wäre das ein Riesenproblem.“ Auch die Verwaltung müsse große Anstrengungen unternehmen, um rechtzeitig qualifizierte Fachkräfte an sich zu binden. Springe stehe im Wettbewerb mit vielen öffentlichen Arbeitgebern in Hannover, was die Situation nicht leichter mache. Für Kreutzer ist dieser Aspekt „wichtiger als die Frage, ob derzeit zu viele oder zu wenige Mitarbeiter im Rathaus beschäftigt sind“. Das zu untersuchen, sei im Übrigen gar nicht Prüfungsauftrag gewesen. „Wir haben da aber keine Auffälligkeiten festgestellt.“

Die Verwaltung sollte kundenfreundlicher werden: Die Gutachter schlagen dazu die Einrichtung eines Bürgerbüros vor als zentrale Anlaufstelle vor. Kritik gibt es auch an uneinheitlichen Öffnungszeiten, etwa von Baubehörde, Sozial- und Ordnungsamt. Schließlich gibt es den Vorschlag, auch den Telefonservice zu verbessern, etwa durch Abgabe an ein Callcenter. Augenblicklich kann die Vermittlung im Rathaus immer nur einen Anrufer gleichzeitig bedienen.

Unzufriedene Mitarbeiter. In Einzelgesprächen mit Bediensteten sei von diesen vereinzelt Arbeitsüberlastung beklagt worden. Andere beschwerten sich über mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit. Nach Auffassung der Gutachter gibt es bei Vorgesetzten Defizite bei der Mitarbeiterführung. Angeregt werden deshalb spezielle Führungskräfteschulungen und Leitlinien. Auch die interne Kommunikation sei mitunter verbesserungsfähig, heißt es.



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