weather-image
22°

Grundschule Bennigsen: „Es geht jetzt wirklich los“

BENNIGSEN. Der erste Schritt ist getan: Die Stadt hat das Bremer Architektenbüro „Haslob, Kruse und Partner“ damit beauftragt, die Grundschule in Bennigsen umzugestalten und zu sanieren. „Endlich“, meint Schulleiterin Madlen Ludwig. Sie wünscht sich vor allem eines: mehr Platz.

270_0900_10781_grundschule_bennigsen_1.jpg

Autor:

von Sandra Hermes

„In der jetzigen Situation gehen wir überall nur Kompromisse ein. Die Räume sind zu klein. Alles ist beengt. Kinder, die von morgens um sieben bis nachmittags um 17 Uhr hier sind, haben nicht mal die Möglichkeit, sich zurückzuziehen“, erklärt sie. Das gehe nicht.

Auch mittags sei die Situation nicht tragbar. „Wir müssen das Essen in vier Etappen anbieten, allerdings muss das in Rekordzeit passieren.“ Die Folge: „Es gibt kein gemütliches Beisammensitzen für die Kinder, alles wirkt immer gehetzt“, kritisiert sie und ergänzt: „Und wir brauchen ausreichend Gruppenräume, um auch unsere Inklusionskinder oder beispielsweise auch die Hochbegabten anders betreuen zu können.“

Bürgermeister Christian Springfeld betont: „Es geht jetzt wirklich los. Uns ist die prekäre Situation bewusst und für uns als Stadt hat es nun oberste Priorität, dem entgegenzuwirken.“ Ihm sei wichtig, dass während des gesamten Prozesses vom Beginn der Planung bis zum letzten Bauabschnitt große Transparenz herrsche. Jeder solle immer zu jeder Zeit auf dem aktuellsten Stand sein.

Was nun aber erst mal folge, sei eine genaue Konzepterstellung, in der vor allem die Wünsche der Schule berücksichtigt werden sollen. Auch Eltern könnten beteiligt werden, wenn das vonseiten der Schulleitung gewünscht sei, sagt Springfeld. „Warum nicht – es ist sicherlich sinnvoll, jegliche Kompetenz zu nutzen“, zeigt sich Ludwig offen.

Jens Kruse und Thorben Campen vom Architektenbüro „Haslob, Kruse und Partner“ haben schon konkrete Vorstellungen. „Wir haben uns das Gelände, die Räumlichkeiten sowie auch die Bausubstanz schon genauer angeschaut und unser erstes Fazit lautet: Hier haben wir viele Möglichkeiten“, erklärt Kruse. Er stellt sich zum Beispiel einen Neubau vor, in dem auch das historische Backsteingebäude mit einbezogen wird, um die Tradition zu erhalten. Ob dabei nun ganze Bestandteile der alten Mauern erhalten bleiben können oder lediglich die Bausubstanz verwertet wird, konnte er noch nicht sagen.

Generell wolle er bei der Konzepterarbeitung darauf achten, Synergien herzustellen. „Wir wollen der Schule ein ganz neues Gesicht geben“, macht der Architekt deutlich. So wolle er in Musikräumen eine Bühne und in die Flure Lernräume integrieren, um so mehr Nutzfläche zu schaffen. Auch die Verknüpfung von Außen- und Innenräumen soll in der Planung berücksichtigt werden. „Letztlich müssen wir uns aber erst einen Überblick schaffen, wie die Schule überhaupt funktioniert, um auch bedarfsorientiert zu agieren. Dabei dürfen wir das pädagogische Konzept der Schule nicht außer Acht lassen“, erklärt Kruse.

Auf welche Einschränkungen sich die Schulkinder während der einzelnen Baumaßnahmen einstellen müssen, steht noch nicht fest. „Es kann sein, dass die Kinder zeitweise noch etwas enger zusammenrücken müssen, wir auf Container ausweichen oder die Schule eventuell sogar für ein paar Tage gar nicht betretbar sein wird.

Aber das sind Szenarien, die bestenfalls nicht eintreten. Wir wünschen uns, dass die Kinder in ihrem Schulalltag nicht beeinträchtigt werden“, sagt Kruse.

Trotz aller Ideen und Wünsche für die Grundschule Bennigsen gibt es noch einige Unsicherheitsfaktoren, so zum Beispiel die Frage: Was passiert mit der benachbarten Peter-Härtling-Schule? Man wolle dort niemanden rausdrängen, sagt Schulleiterin Madlen Ludwig – aber es bringe nichts, wenn die Räume in der Förderschule leer stehen. Auch stehe noch nicht fest, wie es mit der Grundschule in Gestorf weitergehe. „Wir hoffen natürlich, dass wir sie halten können, aber sicherheitshalber sollten wir Kapazitäten in Bennigsen einplanen“, sagt Springfeld.

Der erste Spatenstich für die Erweiterungsarbeiten soll Mitte 2018 erfolgen. Ein konkreter Kostenrahmen existiert noch nicht – es werden aber viele Millionen Euro werden.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt