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Grünen-Vorstandsmitglied schmeißt hin

Springe. Auch rund zwei Monate nach der Entscheidung der Region, das Springer Krankenhaus zu schließen, sorgt das Thema für Aufregung in der Politik. Hans Dangers, Vorstandsmitglied des Stadtverbandes der Grünen, hat sein Amt und Parteibuch abgegeben. Er war 1986 aus Überzeugung in die Partei eingetreten. Mit seinem Schritt möchte er ein Zeichen dagegen setzen, dass die Regions-Grünen mehrheitlich für die Schließung des Krankenhauses gestimmt hatten.

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„Ich habe 30 Jahre lang in der Verwaltung des Krankenhauses gearbeitet“, erklärt Dangers seinen Schritt. „Dass es geschlossen wird – und dass meine Partei die Entscheidung mitträgt, trifft mich sehr.“ Der 62-Jährige ist der Meinung, dass der Beschluss für die Medizinstrategie 2020 – und damit für das Klinik-Aus – dem widerspreche, was die Grünen in ihr Wahlprogramm geschrieben hatten. „Diesen Richtungswechsel kann ich einfach nicht tragen.“ Er betont aber auch, dass er sich grüner Politik nach wie vor verbunden fühle und dass er weiterhin ein gutes Verhältnis zu den Springer Grünen pflegen möchte. „Ich musste einfach ein Zeichen setzen“, sagt er.

Das hat er jetzt gemacht. Sein Austritt kam für Stadtverbands-Chefin Simone Meyer überraschend: „Das ist natürlich schade, Dangers war eines unserer langjährigen Mitglieder und hat viel für die Partei geleistet.“ Sie bringt aber auch Verständnis für seine Entscheidung auf: „Das Krankenhaus war einfach ein Teil seines Lebens – wir müssen seinen Schritt akzeptieren.“ Sie selbst könne sich das aber für sich nicht vorstellen: Obschon sie die Krankenhaus-Schließung ebenfalls kritisiert, findet sie sich mit dem Beschluss ihrer Partei ab. „Das ist Demokratie, es gab einen Mitgliederentscheid und die Mehrheit stimmte für die Medizinstrategie“, argumentiert sie.

Für den Grünen Stadtverband bringt der Rückzug Dangers einige Veränderungen mit sich. Den Posten des Kassierers übernimmt jetzt Lars Jungfer, der bisher gemeinsam mit Meyer die Doppelspitze des Stadtverbandes geleitet hatte. Meyer zur Seite steht ab sofort Thomas Hüper-Maus, der den Posten vor einigen Jahren abgegeben hatte, weil er sowohl im Rat als auch in der Fraktion Verantwortung übernommen hatte. Von der Regionspartei hat Dangers bisher noch keine Reaktion auf seinen Austritt erhalten. rtm



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