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Grüne wollen Radeln sicherer machen

Springe. Radfahrer gehören in Springe nicht unbedingt zum Stadtbild. Aber es gibt sie – und die Grünen möchten jetzt dafür sorgen, dass sich mehr Bürger auf das Velo schwingen: Dazu wollen sie die Benutzungspflicht für Radwege abschaffen. Mit dem ungewöhnlichen Schritt soll die Sicherheit der Radler erhöht werden.

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„Viele Radwege sind zu eng oder in einem schlechten Zustand“, sagt Grünen-Fraktionschefin Ursula Schulz-Debor. Deshalb plädiert ihre Partei dafür, dass Radfahrer künftig die Wahl haben sollen, ob sie auf der Straße oder auf dem Radweg fahren möchten. Dazu schlägt die Fraktion in einem Antrag vor, dass die blauen Schilder, auf denen ein Rad und eine Mutter mit einem Kind zu sehen ist, in Springe abmontiert werden. An ihre Stelle sollen Verkehrszeichen kommen, die auf einen Fußweg hinweisen (Mutter mit Kind auf blauem Grund). Ergänzend sollen sie aber mit dem Hinweis „Radfahrer frei“ versehen werden. „Radler haben so die Wahl, ob sie auf der Straße oder eben lieber auf einem separaten Weg fahren möchten“, erläutert Schulz-Debor.

Rechtlich ist es so, dass Radfahrer den Radweg benutzen müssen – wenn einer existiert und er als solcher ausgeschildert ist. „Wir könnten ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro verhängen, wenn jemand trotzdem auf der Straße fährt“, sagt Karl-Heinz Friedrich von der Polizei. Friedrich beobachtet aber auch, dass besonders ältere Menschen sich häufig mit dem Rad auf der Straße unsicher fühlen – und stattdessen auf dem Bürgersteig fahren, wenn es keinen Radweg gibt. Aber auch das ist nicht erlaubt.

Die Grünen möchten ihren Antrag auch als Hinweis an die Verwaltung verstanden wissen, dass sich im Bereich Radverkehr in der Stadt einiges tun muss: Radwege unterschreiten die empfohlene Mindestbreite von 1,50 Metern; Schlaglöcher und Unebenheiten, Engstellen und Baulücken erhöhen das Risiko. Aber „die finanzielle Situation der Kommune erlaubt bauliche Verbesserungen zur Abhilfe der geschilderten Verhältnisse auf lange Sicht eher nicht“, heißt es in dem Antrag lapidar.

Durch die entfallende Benutzungspflicht entspanne sich die Situation auf den derzeit kombiniert oder parallel genutzten Rad- und Gehwegen sofort – und das nahezu kostenneutral, heißt es in dem Grünen-Antrag. Über das Papier entscheiden die Mitglieder des Technischen Ausschusses am Dienstag, 17. Februar (18 Uhr, Baudezernat Salzhaube).rtm



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