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Grüne fordert bessere Radwege für Springe

SPRINGE. An der Osttangente liegt verkehrstechnisch so einiges im Argen: Besonders in Sachen Fahrrad- und Fußgängerverkehr sehen die Grünen ziemlich großen Handlungsbedarf. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe der Partei nach einer Radtour zu den Verbrauchermärkten.

Im Kreisverkehr an der Osttangente läuft es nach Meinung der Arbeitsgruppe für Radfahrer nicht immer rund. FOTO: SZABO

Autor:

PATRICIA SZABO UND RALF T. MISCHER

Die Stadt räumt ein, dass es in dem Bereich Optimierungsbedarf gibt – Bau-Chef Jörg Klostermann sagt, dass man schon lange an dem Thema dran sei.

Manfred Fiedler steigt aufs Rad, biegt in die Osttangente ein, radelt zurück, deutet auf den Kreisel und schüttelt mit dem Kopf. „Viel zu gefährlich“, sagt der Mann, der für die Grünen im Ortsrat in Völksen sitzt. Gerade allerdings ist er der Einladung des Stadtverbandes der Partei gefolgt und radelt nun die Radwege an der Osttangente ab, um Gefahrenstellen aufzuzeigen – und um klar zu machen, dass Radler es alles andere als leicht haben in Springe.

Bei der Begehung wurden am Sonnabend Probefahrten gemacht, um zu veranschaulichen, wo und wie geradelt wird und mit welchen Gefahrensituationen der Radfahrer zu rechnen habe. Das Ergebnis der Teilnehmer war vernichtend: Viel zu gefährlich. Viel zu unklar. „Nicht geplant, sondern einfach nur gebaut“, fasste Stefan Sohns die Situation zusammen.

Laut Gesetz müssen Kinder ab zehn Jahren die Straße oder Radwege benutzen. Doch ist an der Völksener Straße überhaupt ein Radweg vorhanden? Ausschilderungen, Markierungen und eine „vernünftige Querungshilfe“ sowohl für Fußgänger als auch Radler fehle komplett. Und auch als Radweg eigne sich der vermeintliche Seitenstreifen mit rund einem Meter Breite nicht. Auf der Höhe der Shell-Tankstelle ende der vermeintliche Radweg abrupt und zwinge den Radler, sich unter den Autoverkehr zu mischen.

„Den Bereich mit einem Verkehrsplaner angehen“, lautete der Vorschlag. Insbesondere sonnabends sowie vor Feiertagen sei die Stelle wegen des hohen Verkehrsaufkommens gefährlich. Irreführend sei auch die Bordsteinsenkung an der Osttangente in Höhe des Hagebaumarkts, die historisch bedingt sei und als Radweg missverstanden werden könnte. Verkehrsteilnehmer erwartete eine durchgezogene Mittellinie und auf der gegenüberliegenden Seite eine Bordsteinkante von etwa zehn Zentimetern Höhe.

Auch die Ampel beim E-Center war der Gruppe ein Dorn im Auge: Nicht nur die Rechtsabbiegerspur, die für Radler „gar nicht erst zugelassen werden dürfte“, sei zu gefährlich, sondern die Querung der Ampel selbst. „Der Bürgersteig ist an der Ampel neben der Bushaltestelle zu schmal bemessen.“, resümierte die Gruppe. Eine Einbahnstraßenregelung, die die Zufahrt zwischen E-Center und Hagebaumarkt und Rückführung hinter Aldi und E-Center vorsieht, müsste her, bilanzierten sie.

Das sei nicht umsetzbar, sagte Bau-Chef Jörg Klostermann. Wenn alle Autos hinter Aldi- und E-Center zurückführen, würde das zu viel Lärm in den benachbarten Kleingärten verursachen. Er räumt ein: „Ja, es gibt Defizite im Bereich Radverkehr“, und ergänzt: „aber wir sind an der Sache dran“. So werde etwa im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzepts Calenberger Land die Fahrradtauglichkeit untersucht. Und auch mit den Verbrauchermärkten sei man im Gespräch über Verbesserungen für Radfahrer. Unter anderem sei mit dem E-Center darüber gesprochen worden, Fahrradfahrern mehr Abstell-Möglichkeiten für ihre Räder anzubieten.



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