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Die Landeskirche zeichnet den Völksener Hermannshof und seinen Leiter Eckhart Liss aus

Großes Lob für einen „Kulturzuhälter“

Hildesheim/Völksen (lv). Der Hermannshof in Völksen ist mit dem Kulturpreis der Evangelischen-lutherischen Landeskirche Hannovers ausgezeichnet worden. Die Einrichtung teilt sich den mit 10 000 Euro dotierten Preis mit den Autoren des Theaterstücks „Moschee DE“, das im Februar 2010 am Schauspiel Hannover uraufgeführt wurde. Der Preis wurde gestern Abend in der Hildesheimer Michaeliskirche erstmals verliehen.

Feierlicher Moment in der Hildesheimer Michaeliskirche: Burkhard

Eine Jury aus Kirche und Kultur unter dem Vorsitz des ehemaligen Stadtsuperintendenten von Hannover, Hans Werner Dannowski, hatte künstlerische Werke und Kulturträger aus den Sparten Bildende Künste, Literatur, Musik, Theater und Film begutachtet und daraus die drei Preisträger gekürt. Bewerben konnte man sich nicht – die Vorschläge kamen von den Jurymitgliedern.

Während mit dem Theaterstück „Moschee DE“ eine zeitlich begrenzte Produktion ausgezeichnet wird, erhält der Verein „Kunst und Begegnung Hermannshof“ die Ehrung für seine fast 20-jährige, kontinuierliche Arbeit. Dannowski nannte Projekte wie „Peregrinatio“, „Das Paradies ist umgezogen“ und „Lux Aeterna“, die explizit religiöse Fragen aufnähmen. „Das sieht wie ein kirchliches Programm aus“, so der Jury-Sprecher. „Das war es nie“, entgegnete der Vereinsvorsitzende Dr. Martin Beyersdorf, der den Preis am Abend gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Eckhart Liss entgegennahm. Gleichwohl habe man sich angesichts der Auszeichnung gefragt, wo wohl das Spirituelle des Hermannshofs zu finden sei. Liss ist Pastorensohn, Beyersdorf war früher in der Evangelischen Jugend und im Kirchenvorstand aktiv. „Wir sind also entsprechend sozialisiert“, sagte Beyersdorf. „Wir würden uns zwar nicht als gläubige Christen bezeichnen, aber wir sind begeistert von Leuten, mit denen wir gut zusammenarbeiten.“ Detlef Brandes, Superintendent des Kirchenkreises Laatzen-Springe, sei so einer. Und in einem Dorf wie Völksen liege es nahe, dass man „bei der Suche nach Orten, die für Kulturschaffende etwas ausstrahlen“, auf die Kirche stoße.

Die Laudatio auf die Macher des Hermannshofs hielt Professor Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Er hatte gleich eine Vielzahl von Kosenamen für den künstlerischen Leiter parat: „Eckhart Liss, bekannt als Ecki, von besonders guten Freunden auch Lissi genannt“. Als „Monsieur 100 000 Volt“ bezeichnete Schneider ihn. „Wer ist dieses quirlige Faktotum, das einen jeden duzt und mit Lodenmantel und Filzhut mit ’Ihr Lieben‘ begrüßt?“, fragte der Professor. Liss selbst bezeichne sich als „Kulturzuhälter“ und „Antragslyriker“, denn Planungssicherheit habe der Verein nicht, er hangele sich von Projekt zu Projekt. Dabei habe der Hermannshof das Zeug zu einem kulturellen Leuchtturm. „Im großen Feuilleton kommt er nicht vor, aber in den Köpfen und Herzen von Tausenden Teilnehmern hat er etwas bewegt“, sagte Schneider.



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