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Bürgermeister reagiert wütend auf Aussagen des SPD-Vizes

„Große Ignoranz und Arroganz“

Springe. „So wird kein Vertrauen geschaffen“, ärgert sich Bürgermeister Jörg-Roger Hische. Mit „Unverständnis und großem Befremden“ reagiert der Rathauschef auf eine Aussage des SPD-Fraktionsvizes Eberhard Brezski in einem NDZ-Artikel.

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Autor:

Markus Richter

Brezski hatte das von Hische und Finanzchef Gerd-Dieter Walter wiederholt geäußerte Argument, die Stadt sei personell unterbesetzt, als „lächerlich“ abgetan. Die Lösung der kommunalen Finanzmisere liege nicht in der Erhöhung von Steuern, sondern in Einsparungen und Umstrukturierungen des Rathauses. Hische indes wertet dies als Angriff auf seine Belegschaft – und dafür hat er gar kein Verständnis: „Das war völlig überzogen und wird den Menschen nicht gerecht.“ Im Gegenteil: Die Verwaltung arbeite oft an der Leistungsgrenze. Brezski indes habe sich mit der Aussage selbst disqualifiziert. „Das zeugt von großer Ignoranz und Arroganz“, schimpft Hische.

Gerade erst war das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung auf dem Weg der Besserung, nachdem es monatelang vor allem Auseinandersetzung um die sogenannte XXL-Sparliste gegeben hatte. Kurz vor der Ratssitzung am Donnerstag, bei der der Haushalt eingebracht werden soll, hatte Brezski eine alte Wunde aufgerissen. „Die Kluft zwischen Politik und Verwaltung wird immer größer“, bedauert Bürgermeister Hische. Auf diese Art und Weise werde kein Vertrauen geschaffen.

Aufschluss darüber, wie es tatsächlich hinter den Mauern des Rathauses aussieht, könnte die Organisationsuntersuchung liefern, die einst vom Rat im Hinblick auf Einsparungen beauftragt wurde. Das Ergebnis soll in genau einer Woche vorgestellt werden. Einiges deutet darauf hin, dass die Empfehlung eher in die Richtung geht, mehr Personal einzustellen. Tatsächlich mangelt es derzeit an entscheidenden Schnittstellen, etwa bei der Wirtschaftsförderung, die seit dem Weggang Hermann Adens nahezu brachliegt. Parallel dazu befindet sich Stadtmanagerin Anike Fritz seit Monaten im Erziehungsurlaub, der Service in der Tourist-Info ist aufs Nötigste reduziert. Vakanzen gibt es auch im Schulamt.

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