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Göbelbirne soll abmontiert werden – bewegt sich aber nicht

SPRINGE. Die Leuchtstoffröhren, die der großen Glühbirne Licht geben, liegen im Schlamm. Nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn: Ihre Leuchtkraft hat in den letzten Jahren nachgelassen, deshalb sollen die Röhren mitsamt der Denkmals-Birne, die an den Erfinder Heinrich Göbel erinnert, zur Reparatur.

Bewegt sich kein Stück: Weil die Metallbirne im Sockel eingelassen ist, soll sie bleiben, wo sie ist. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Daraus wird aber so schnell nichts.

Rainer Grabs vom Bauhof der Stadt steht mit einem Schraubenschlüssel auf dem Hubsteiger, der neben dem Denkmal steht. Unten warten drei Mitarbeiter der Stadt und drei Angestellte der Firma Lange, die der Stadt bei der Renovierung des Denkmals hilft. „Und, klappt‘s denn?“, fragt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich nach oben. Zuerst ist nur ein Murmeln zu hören, dann: „Die Schraube habe ich raus – und diese Schraube ist eigentlich auch raus.“ Göbels Birne aber, sie bewegt sich nicht. Eine Schraube sitzt offenbar noch bombenfest.

Eigentlich soll die alte Birne – sie wurde in den 1980er-Jahren das letzte Mal erneuert – pünktlich zum 200. Geburtstag des in Springe geborenen
Heinrich Göbel in neuem Glanz erstrahlen. Der bekannte, aber nicht unumstrittene Sohn der Stadt wurde am 20. April geboren. Dass er tatsächlich die Glühlampe erfunden hat, gilt inzwischen bei Experten und Historikern als höchst unwahrscheinlich. Die ihm zu Ehren im Jahr 1954 errichtete Riesenglühlampe aber lässt sich auch mit roher Gewalt nicht entfernen.

Nun gibt der Mann, der den Ladekran steuert, Gas. Göbels Lampe aber bewegt sich kein Stück. Dabei sind eigentlich alle Schrauben herausgedreht. „Das wäre ja auch zu schön gewesen“, sagt der Ortsbürgermeister.

Aus der Zeit der letzten Runderneuerung des Denkmaly stammen auch die Leuchtstoffröhren, die die Birne nachts hell über der Stadt erstrahlen lassen – eigentlich. „Wer weiß denn, was die da damals reingebaut haben“, sagt ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Eigentlich soll die Birne in den Lastwagen der Firma Lange – und mit ihm in die Firmenhalle in Völksen gebracht und dort repariert werden. Friedrich hatte Firmenchef Folker Lange gefragt, ob sein Unternehmen die Reparatur übernehmen könne, Lange hatte zugesagt.

9.36 Uhr: Mittlerweile steht Sascha Rosenthal auf dem Hubwagen. Mit einem Cutter hat er den Bereich um den Sockel von Unrat befreit – und kann nach unten schauen. Dort sieht er, dass die Metallglühbirne im Sockel eingelassen ist. Das macht die Sache kompliziert.

Minuten später wird der Versuch, die Birne zu bergen, abgebrochen. Friedrich: „Der Bauhof wird mit dem Bauamt prüfen, ob die Birne vor Ort renoviert werden kann – oder welche Alternativen es gibt.“

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