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Glocken erstrahlen in neuem Glanz

SPRINGE. Nach 23 Jahren war sie fällig: die Grundsanierung des Glockenturms. Nachdem die Glocken im August vergangenen Jahres wochenlang keinen Ton mehr von sich gaben, die Farbe immer weiter abbröckelte und das Holz unter dem Turm fast schon vor sich hin gammelte, wurde kurzerhand die Restaurierung beschlossen.

Karl-Heinz Fischbeck (von links), Michael Bumann und Hartmut Wienke begutachten den restaurierten Glockenturm. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

„Im Haushalt des vergangenen Jahres hatten wir Geld dafür eingeplant“, erklärt Hochbau-Fachbereichsleiter Reinhard Borchardt.

Insgesamt ein halbes Jahr hat es bis zur Fertigstellung gedauert. Kostenpunkt: 10 000 Euro. „Eigentlich wären wir schon früher fertig gewesen“, sagt Hartmut Wienke von der Stadt Springe. Er hat die Sanierung als Bauleiter betreut. „Aber für die Glocken mussten wir eine Spezialfirma mit Sitz in Passau beauftragen, die nur einen Mitarbeiter in Niedersachsen beschäftigt.“ Da hätte man eben auf einen Termin zur Reparatur warten müssen.

Damit der Turm nicht weiter rostet, musste er auch neu lackiert werden. Übernommen hat die Malerarbeiten Michael Bumann. „Die Herausforderung war, dass ich die alte Farbe erst komplett herunterschaben musste, bevor ich mit den eigentlichen Lackierarbeiten anfangen konnte“,sagt Bumann.

Auch das Entwässerungssystem wurde erneuert. Vorher lief das Wasser durch eines der Standbeine ab, „jetzt haben wir die Entwässerung nach außen verlagert, sodass eine bessere Reinigung möglich ist“, sagt Wienke. Neu sei auch, dass die Beleuchtung auf LED umgestellt wurde.

Karl-Heinz Fischbeck hat sich um die sechs Wappen gekümmert, die den Glockenturm schmücken – mit viel Liebe zum Detail. „Ich habe mich exakt an die Gesetzmäßigkeiten gehalten“, erklärt der Restaurator. Heißt: Bei der Restaurierung von Wappen muss auf eine originalgetreue Wiedergabe geachtet werden. „Damit die Schildsymbole eine schnell erkennbare Fernwirkung aufweisen, wird ein Farbkontrast mit Signalwirkung durch kräftige, ungebrochene und leuchtende Farben in Kombination mit den Reinmetallen Gold und Silber erzielt. Dabei beschränkt man sich auf vier Grundtöne, die mit echten Farbpigmenten herstellbar sind: Rot, Blau, Grün und Schwarz im Wechsel mit Gold und Silber“, erklärt Fischbeck.

Unter den Wappen finden sich die drei Partnerstädte von Springe: Waren, Niort und Milicz. Dazu kommt noch das Wappen von Springe, Niedersachsen und seit Neuestem – von der Region. „Wir haben das Wappen jetzt mal angepasst, vorher hing dort noch der Landkreis Hannover.“ Beschwert habe sich darüber aber nie jemand, sagt Fischbeck schmunzelnd.

Information

Der Turm nebst Elektronik und Glocken wurde im Jahr 1994 auf Initiative des Ortsrates errichtet. Da Schallgeber als Steuerung jeweils draußen angebracht sind, werden sie ständig der Witterung ausgesetzt, was die Alterung beschleunigt. Die Initiative „Freifunk“ nutzt den Glockenturm zudem als Standort für ihr kostenloses Funk-Internet-Angebot. So wurde der Sender nach der Restaurierung inzwischen wieder angeschlossen.

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