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Philips: Protestmarsch und Kundgebung am Freitag / Belegschaft trifft sich zur strategischen Beratung

Gewerkschaft ruft zur Gegenwehr auf

Springe. In der Belegschaft geht die Unsicherheit um: Was passiert mit den mehr als 180 Arbeitsplätzen bei Philips? Findet sich ein Investor, der das Werk in Springe übernehmen will? Warum hält sich der Konzern mit Informationen zurück? Auf Einladung der IG Metall haben gestern Nachmittag rund 120 Beschäftigte die Arbeit ruhen lassen und sich im Tagungscenter der Heimvolkshochschule zusammengefunden. Sie planen, energisch gegen die drohende Schließung vorzugehen und sehen für Freitag Protestaktionen vor.

Anspannung liegt in der Luft: 120 der bei Philips beschäftigten Gewerkschaftsmitglieder kommen zusammen. Foto: ric

Autor:

Markus Richter

Gewerkschaftssekretär Mike Wasner ist sich sicher: „Die Geschäftsführung hat Informationen in der Schublade, über die sie nicht reden will.“ Auch sein Kollege Uwe Mebs sieht Philips in der Verantwortung, den Standort Springe zu festigen. „Im Internet wirbt Philips mit dem Slogan ,Licht schafft Werte‘ – dazu passt nicht, dass die gesamte Belegschaft im Dunkeln gelassen wird.“ Jahrzehntelang hätten sich die Beschäftigten für den Erfolg des Unternehmens eingesetzt und gute Ergebnisse erzielt.

Jetzt müsse die Arbeitgeberseite „ihrer Verantwortung gerecht werden und für die Zukunft der Arbeitsplätze und die soziale Sicherheit der Kollegen die Verantwortung übernehmen.

Mebs sagte im Gespräch mit der NDZ, dass durch die Aufgabe des Werks wichtige Bereiche der Infrastruktur in Springe gefährdet seien. Bevor die Versammlung in einen nicht-öffentlichen Teil überging, machte Mebs das deutlich, dessen sich die Beschäftigten immer bewusster werden: „Wir stehen heute vor einer grundsätzlichen Frage.“ Galt es in der Vergangenheit, mit dem kontinuierlichen Arbeitsplatzabbau umzugehen, sei die Situation jetzt existenziell.

Es habe eine rege Diskussion um die Zukunftsfähigkeit und -sicherung gegeben, sagte Wasner im Anschluss. Die Botschaft bei der Versammlung war jedoch klar: „Die Belegschaft wird nicht schweigen und tatenlos zusehen.“

Der Standort Springe sei nach und nach abgebaut worden und in seiner Substanz angegriffen, wesentliche Konzernfunktionen wurden bereits in der Vergangenheit ausgelagert. Auch für Mebs erscheinen die Verkaufsabsichten unklar und die Chancen auf Übernahme des Werkes durch einen Dritten gering: „Wenn Kostengründe vorliegen – warum sollte dann ein Investor einspringen?“

„Flagge zeigen“ lautet daher das Motto am morgigen Freitag: Um 9 Uhr werden sich die Beschäftigten an der Rathenaustraße treffen und von dort bei einem Protestmarsch in die Innenstadt ziehen. Auf dem Marktplatz vor dem Amtsgericht startet dann eine bereits bei der Stadt angemeldete Kundgebung. Sie beginnt um 10 Uhr und soll etwa eine Stunde dauern – die IG Metall hofft, dass auch interessierte Bürger vor Ort sind. Gleichzeitig wird eine Unterschriftenaktion gestartet: Wer sich einträgt, unterstützt die Forderungen zum Erhalt des Philips-Standortes, zur Sicherung aller Arbeitsplätze und zum fairen Umgang mit den Beschäftigten.



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