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Gestorfer beobachten Wolf

GESTORF. Mehrere Gestorfer haben einen Wolf gesehen. Es handelt sich vermutlich um ein einzelnes Jungtier, das von seinem Rudel verdrängt worden ist und ein neues Revier sucht. Dem Landwirt Björn Estorf und dem Jäger Uwe Flohr ist es gelungen, Fotos von dem Wildtier zu schießen.

Mit dem Handy aufgenommen: Uwe Flohr und Björn Estorf konnten den jungen Wolf am Lindertsweg, am „Jeinser Holz“, sehen und fotografieren. Foto: Flohr/Estorf
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Es war am Wochenende, als Björn Estorfs Frau von einer Freundin eine Nachricht erhielt: Zwischen Gestorf und Thiedenwiese treibe ein Wolf gerade zwei Wildschweine aus dem „Jeinser Holz“. „Ich habe sofort meine Jagdpächter informiert“, erzählt Estorf, Vorsitzender der örtlichen Jagdgenossenschaft.

Zusammen mit Uwe Flohr machte sich der Landwirt auf den Weg – die beiden Männer wollten sich selbst ein Bild von dem Tier machen. Sehr schnell hätten sie die Fährten der Wildschweine gefunden. Wenige Minuten später meldete sich Flohr: „Der Wolf steht vor mir!“ Die beiden trennten lediglich 30 bis 40 Meter. Flohr verscheuchte das Tier, das in Estorfs Richtung lief. Geschätzte 100 Meter vor ihm stoppte der Wolf, erzählt Estorf, dann lief das Tier ins „Jeinser Holz“.

Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer habe anhand der Fotos die Echtheit des Wolfs bestätigt. Das Landvolk Hannover hat die Bilder veröffentlicht, worauf es kontroverse Kommentare gibt über Schaden und Nutzen der größer werdenden, frei lebenden Wolfspopulation. Eine Diskussion, in die Estorf ausdrücklich nicht einsteigen möchte: „Wir haben ihn gesehen. Eine Wertung möchte ich dazu nicht abgeben.“ Er mache sich aber Gedanken um die Weidetier-Halter aus der Umgebung.

Estorf weiß, dass schon im Herbst an der nahen B 3 – bei der Baumschule – ein Wolf gesichtet wurde. Es sei deshalb gut möglich, dass das Tier nicht zufällig vorbeigezogen, sondern bereits irgendwo in der Nähe heimisch geworden ist.

Zu der Geschichte gehört auch, dass sich das Erlebnis von Flohr und Estorf schnell im Dorf herumgesprochen hat. Mehrfach ist Estorf an den vergangenen Tagen von ängstlichen Bürgern angesprochen worden. „Sie fragen sich: Kann ich noch beruhigt das Haus verlassen?“

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