weather-image
12°

Gestorf von Windrädern umzingelt?

LÜDERSEN/GESTORF. Pattensen will den städtischen Flächennutzungsplan ändern. Ein formaler Akt, der in Springe Unmut auslöst: Denn Gestorf könnte damit von vier Windkraft-Standorten umzingelt werden, fürchtet man im Rathaus. Die Politik hat den Widerspruch der Stadt Springe jetzt abgesegnet.

In Gestorf fürchten die Bewohner von Windkraftanlagen umzingelt zu werden. Foto: Rathmann
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Würde Pattensen an den geplanten Konzentrationszonen festhalten, gebe es in Gestorf in allen vier Himmelsrichtungen Windanlagen. Heißt: Es gebe keine Blickrichtung mehr, die nicht durch Anlagen verstellt wäre, heißt es in den Ausführungen der Stadt.

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt habe mit einem Beschluss aus dem Jahr 2012 festgelegt: Wenn der Schritt zu einer Einkreisung von Siedlungsflächen führt, dürften keine Windenergie-Flächen mehr ausgewiesen werden. Die Anlagen würden so bedrohlich wirken und Anwohner belästigen. Eine Einkreisung werde ab einem Winkel von 120 Grad festgestellt – und das wäre in Gestorf aus Sicht der Verwaltung deutlich überstiegen.

Die Stadt hatte bereits zur Aufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2016 Stellung genommen und die Umzingelung Gestorfs insbesondere durch die massive Vergrößerung des Vorranggebietes Hemmingen-Pattensen kritisiert. Würde aber jetzt Pattensen die beiden Konzentrationszone dauerhaft in den Flächennutzungsplan übernehmen, würde sich die Situation in Gestorf erneut verschärfen.

„Man würde es in Gestorf ja nur noch blitzen sehen“, betonte auch Ratsherr Klaus Nagel (FDP) während der Sitzung des Planungsausschusses. „Die Situation wäre sehr bedrängend“, sagte auch Elke Riegelmann (CDU). Ähnlich sieht das Bürgermeister Christian Springfeld: „Es muss auch mal gut sein, wir haben schon so viele Anlagen, man muss darauf achten, nicht alles zuzupflastern“. Und: Eine Umzingelung wäre aus rechtlicher Sicht ein klarer Kritikpunkt an dem Plan.

In Gestorf selbst sei der Flächenplan indes noch kein Thema, sagt Ortsbürgermeister Eberhard Brezski (SPD). Er sei „tiefenentspannt“: „Ich sehe momentan die Wahrscheinlichkeit gen Null, dass da gebaut wird.“ Mit der Stellungnahme habe die Stadt jetzt das Möglichste getan. „Wenn es hart auf hart käme, könnten wir auch da den Rechtsweg bestreiten“, so Springfeld.

Diesen Weg geht die Stadt mit dem Normenkontrollverfahren gegen die Windkraft-Flächen bei Lüdersen. Der Antrag wurde bereits von der Kanzlei abgegeben, so Springfeld. „Das wird mutmaßlich ein paar Jahre dauern und einen Schriftwechsel mit Gerichten nach sich ziehen. Weil viele Kommunen klagen, wird es ein großes Verfahren“, ist sich Springfeld sicher.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt