weather-image
11°

Gerichtsverfahren: Polizist bei Verkehrskontrolle beleidigt

BENNIGSEN. „Jeder Clown kann sich als Polizist anziehen“: Mit diesen Worten hat ein 30-jähriger Pattenser während einer Verkehrskontrolle vor den Bennigser Bahnschranken einen Polizisten beleidigt. Jetzt stand der Mann vor Gericht, weil er gegen einen Strafbefehl über 600 Euro Einspruch eingelegt hatte.

270_0900_127921_amtsgerichtInnen3_ric.jpg

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

An den geschlossenen Schranken fuhr der Pattenser auf der Hauptstraße an einer Schlange wartender Fahrzeuge vorbei und scherte in die eine Lücke ein. „Ich hatte nicht gesehen, dass dort eine Straße einmündet“, erklärte der 30-Jährige. Das Manöver hatten zwei Polizisten in einem Streifenwagen beobachtet und winkten den Mann rechts raus. „Ich habe einen Dienstausweis verlangt“, sagte der Angeklagte. Dazu aber ist die Polizei nicht verpflichtet. Doch der Pattenser beharrte darauf. In einem Video, das der Mann mit seinem Smartphone machte und dem Gericht jetzt als Beweis vorlegte, rief er: „Ich will, dass Sie sich verifizieren, ich kenne meine Menschenrechte“. Weil der Film auch die aggressive Tonlage des Mannes zeigte, hielt ihm die Richterin vor: „Durch das Video wird es für Sie nicht besser. Das Verhalten, das Sie dort an den Tag gelegt haben, ist unerträglich“.

Der Polizist schilderte in seiner Aussage zudem einen herablassenden und arroganten Ton des Pattenser Fahrers. So habe der Mann von Mitarbeitern gesprochen, die er „unter sich habe“. Der Angeklagte erklärte: „Ich habe gesagt, dass ich in einer großen Firma arbeite und mich so nicht von der Polizei behandeln lasse.“

Während der Debatte, die eine geschlagene halbe Stunde dauerte und in deren Verlauf noch zwei weitere Kollegen gerufen wurden, soll ein Polizeibeamter in Richtung des Angeklagten gesagt haben: „Wie dämlich muss man denn sein?“ Das sei eine Beleidigung gewesen, nicht aber seine Feststellung, dass sich jeder Clown als Polizist verkleiden könne, so der Pattenser. Dass er sich für eine Beleidigung verantworten müsse, der Polizist aber nicht,“sei unfair“, so der Mann.

Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 2040 Euro, die sich aus 30 Tagessätzen und dem Einkommen errechnen. Mit dem Strafbefehl, gegen den er Einspruch eingelegt hatte, wäre der Mann deutlich günstiger davongekommen. Sein Verteidiger erklärte nach Rücksprache mit seinem Mandanten: Er möchte das durchverhandeln und kündigte an, Rechtsmittel einzulegen“. Zudem erteilte der Verteidiger eine Rüge für den Strafbefehl, weil dort kein Beleidigungsvorsatz formuliert sei.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt