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Gerichtsverfahren: Betrunkenen auf Oktoberfest geschlagen

ALTENHAGEN I. Für einen Schlag ins Gesicht eines Partygastes muss ein einschlägig vorbestrafter 25-jährigen Bennigser für sechs Monate hinter Gitter. Weil er sich beim Oktoberfest in Altenhagen I im September 2017 durch sein stark betrunkenes Gegenüber beleidigt und angegriffen fühlte, ohrfeigte er den Mann.

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Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Der Mann erlitt eine Kiefergelenkprellung, drei Zähne brachen ab.

Das Opfer soll stark alkoholisiert gewesen und einen Blutalkoholwert von 3,5 Promille gehabt haben, als sich der Vorfall vor der Tür einer Kneipe ereignete. Der Angeklagte berichtet, er habe an dem Mann vorbei ins Innere der Kneipe gehen wollen. Da habe der ihn beleidigt und gesagt: „Was willst du, du Hurensohn.“ Als der Mann ihn dann auch am Hemdkragen gepackt habe, habe er ihn quasi in Notwehr ins Gesicht geschlagen und sei dann weggegangen. Das Opfer soll erst gegen eine Mauer gefallen und dann zu Boden gegangen sein und sei kurze Zeit bewusstlos gewesen.

Der Mann war nicht als Zeuge vor Gericht geladen, weil er sich wegen seiner starken Alkoholisierung nicht an den Vorfall erinnern konnte. Aber weder seine Freundin, noch ein Freund oder auch drei weitere Zeugen konnten vor Gericht bestätigen, dass das Opfer den Angeklagten zuvor am Kragen gepackt haben soll.

„Der Schlag kam aus dem Nichts“, berichtete die 27-jährige Freundin des Opfers. Erkannt habe sie den Täter nicht. Eine Auseinandersetzung zwischen beiden Männern hatte sie nicht wahrgenommen. In Streit geraten war ihr Freund mit einer Gruppe von Jugendlichen und jungen Männern. Hier habe es diverse Beleidigungen gegeben. Wohl auch, weil einer aus dieser Gruppe „Heil Hitler“ gerufen haben soll. Der 25-jährige Freund des späteren Opfers erklärte in seiner Zeugenaussage, dass er die Gruppe angesprochen und sich eine solche Volksverhetzung verbeten habe. Plötzlich habe er ein Schlaggeräusch gehört. „Es hat Puff gemacht“: Dann habe er sich umgedreht und seinen Freund am Boden liegen sehen. Daraufhin habe er den Rettungswagen und die Polizei informiert.

Der Angeklagte blieb bei seiner Version, dass er sich mit der Backpfeife den Mann habe vom Hals halten wollen. „Die Notfall-Situation gab es nicht“, begründete die Strafrichterin ihr Urteil.

Eine Möglichkeit, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, sah sie nicht. Denn die Attacke in Altenhagen I ereignete sich vier Monate, nachdem der junge Mann wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Die Staatsanwältin hatte acht Monate Gefängnisstrafe gefordert. Der Anwalt plädierte auf Freispruch. Er sah die Tat durch den Notfall-Paragraphen gedeckt. Nach dem Urteil kündigte er an, in Berufung zu gehen.



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