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Gericht: Mit dem eigenen Schlagstock verprügelt

SPRINGE. Mit seinem eigenen Schlagstock ist ein 56-jähriger Springer in seiner Wohnung zusammengeschlagen worden. Angeklagt für diese Tat waren ein 22-Jähriger sowie sein 24-jähriger Schwager.

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Autor

Annegret Brinkmann-Thies Reporterin

Das Gericht sprach die beiden Männer gestern frei.

Der Vorfall ereignete sich im April vergangenen Jahres in einem Springer Mehrfamilienhaus: Als das Opfer auf Klopfgeräusche hin seine Wohnungstür öffnete, hätten ihn zwei Männer in den Flur gedrängt, erinnerte er sich gestern. „Meine Söhne“ soll einer von ihnen gerufen haben, so der Zusammengeschlagene in seiner Zeugenaussage. Er vermutete, dass dies der Vater von zwei kleinen Jungen war, die zuvor im Treppenhaus mit einem Skateboard gespielt hatten. „Ich hatte den Jungen gesagt, sie sollen draußen spielen“, erklärte der 56-Jährige. Schließlich habe bereits Ruhezeit geherrscht, zudem habe er sich nicht wohlgefühlt, fügte der Mann noch hinzu.

Der eine Angreifer habe ihn zunächst mit Fäusten attackiert. Dann aber reichte ihm sein Komplize einen Schlagstock, den das Opfer selbst neben der Tür postiert hatte. Mit dem Schlagstock sei er mindestens 20 Mal auf den Kopf geschlagen worden, berichtete das Opfer. Er flüchtete sich ins Bad und rief um Hilfe. Der Mann musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Wer der Schläger gewesen sein könnte, blieb gestern unklar. Auf Lichtbildern bei der Polizei kurz nach der Tat hatte das Opfer ihn nicht erkannt. Und auch in der Gerichtsverhandlung war er sich nicht sicher. Der Angreifer sei zum Tatzeitpunkt dicker gewesen, das Gesicht selbst könne aber passen, erklärte er. Der Beschuldigte sagte gesterm zu den Vorwürfen nichts. Er war in Verdacht geraten, weil er der Vater der beiden Kinder sein soll, die das Opfer zuvor aus dem Hausflur geworfen hatte.

Der andere Mann, der auf der Anklagebank saß, soll bei den Schlägen zugeschaut haben. Ihn meinte der Angegriffene tatsächlich erkannt zu haben. „Ich kenne ihn, er hat lange hier mit im Haus gewohnt“, erklärte der 56-Jährige. Auch soll dieser jüngere Mann ganz regelmäßig seine Mutter besucht haben, die auch in dem Mehrfamilienhaus lebt.

Opfer verstrickte sich in seiner Aussage in Widersprüche

„Ich habe meine Mutter auch an diesem Abend besucht“, sagte der Mann. Zuvor habe er das Abendgebet in Springe besucht „Das hat um 20.10 Uhr begonnen“. Er sei dafür direkt von seiner Arbeitsstelle in Salzhemmendorf nach Springe gekommen. Zur Tatzeit, gegen 19 Uhr, habe er also gar nicht in dem Mehrfamilienhaus sein können.

Das Opfer war sich indes sicher, den Mann erkannt zu haben. Allerdings konnte er sich vor Gericht nicht mehr an die Haar- und Barttracht des heute 24-Jährigen erinnern und verstrickte sich in seiner Aussage in Widersprüche. In einem Gutachten zur DNA auf dem Schlagstock konnten keinerlei Spuren der beiden Angeklagten nachgewiesen werden. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin auf Freispruch.



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