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Geldwäsche: Springer muss sich vor Gericht verantworten

SPRINGE. War es Beihilfe zum Betrug oder doch Geldwäsche? Weil ein 25-jähriger Springer in dubiose Geschäfte verwickelt zu sein scheint, muss die Staatsanwaltschaft weiterermitteln. Ein Prozess gegen den jungen Mann vor dem Springer Amtsgericht wurde deshalb ausgesetzt.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die Geschichte klingt verwirrend – und sie ist es wohl auch. Aus Geldnot hatte der mehrfach vorbestrafte Springer eine Firma in den Niederlanden gekauft. Dafür habe er von einem Hannoveraner 1000 Euro bekommen, erklärte er der Vorsitzenden Richterin jetzt. Diese Firma sei auch in das niederländische Handelsregister eingetragen worden. Bei einem zweiten Besuch im Nachbarland eröffnete der Springer zudem ein Konto.

Die Bankkarten sowie die Zugangsdaten habe er dann einem Türken übergeben, von dem er nur den Vornamen wisse. „Ob der aber stimmt, da bin ich mir nicht sicher“, erklärte er. Offenbar ist dieses Konto für Geldwäsche in großem Stil genutzt worden.

„Das wird ganz schnell ganz heiß“, mahnte die Staatsanwältin. Und die Richterin erklärte: „Es muss Ihnen doch klar gewesen sein, dass dieses Geschäft nicht zum Guten taugte“.

Der junge Mann berichtete, inzwischen Angst vor den Drahtziehern zu haben. Er wolle „aus der Sache raus“. Staatsanwältin und Richterin rieten dem Mann zur Zusammenarbeit mit der Polizei.

Bei Gericht ist der 25-Jährige kein unbeschriebenes Blatt. Er steht unter anderem unter zweifacher Bewährung und hat schon eine Haftstrafe verbüßt – auch wegen dubioser Drogengeschichten, wie sein Bewährungshelfer erklärte. Der beschrieb seinen Schützling als chaotisch. So habe er unter anderem eine Arbeitsauflage aus einer vorangegangenen Strafe zwar angefangen, aber dann gleich wieder abgebrochen.

Gleich morgen müsse er mit dem Ableisten der Stunden weitermachen, gab ihm die Richterin mit auf den Weg. Und verlangte zudem einen Nachweis der geleisteten Arbeit.



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