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Geldsorgen: „Rock am Deister“ abgesagt

Völksen. Das ist ein Schlag für die heimische Musikszene: Das Völksener Festival „Rock am Deister“ fällt in diesem Jahr aus. Als Grund nennen die Macher finanzielle Gründe und den großen Organisationsaufwand. Es sei nicht gelungen, die Veranstaltung in Springe zu etablieren. 2016 soll es einen neuen Versuch geben – unter geänderten Vorzeichen. An Festivalgründer Michael Jordan übt das Team indirekt Kritik.

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Dass das Festival für die Organisatoren eher ein Minusgeschäft ist, war schon seit der Premiere im Sommer 2010 klar. Jordan zahlte damals nach eigener Darstellung kräftig drauf. Und gründete mit einigen Mitstreitern einen Trägerverein, der sich seitdem um die Organisation kümmert. Mit Fördergeldern und Sponsoren war es zuletzt gelungen, die Defizite weitgehend aufzufangen.

Trotzdem habe sich der Vereinsvorstand um Mark Schlichting nach dem überraschenden Rücktritt von Jordan „schweren Herzens“ entschlossen, das diesjährige Festival ausfallen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung. Man sei nach einer Analyse der bisherigen fünf Veranstaltungen zwar mit dem Besucherzuspruch zufrieden. Trotzdem sei es nicht gelungen, kostendeckend zu arbeiten.

Was die Macher offenbar ebenfalls wurmt: Die meisten der Gäste seien aus der Region gekommen – und nicht aus Springe und den angrenzenden Orten. Außerdem habe es immer mehr behördliche Auflagen gegeben: Weil sich Nachbarn über den Lärm beschwert hatten, mussten die Organisatoren mehrfach umplanen – und bekamen in einem Fall sogar anonyme Drohbriefe.

Der Vorstand gibt sich aber auch selbstkritisch. Und schreibt Zeilen, die fast wie ein Vorwurf in Richtung des früheren Festival-Chefs Jordan wirken: Man sei sich einig, in den kommenden Monaten „die vernachlässigten Hausaufgaben“ zu erledigen, um im Sommer 2016 einen Neustart für „Rock am Deister“ stemmen zu können. Das Team wolle Fehler eingestehen und „nicht blind weitermachen, als sei nichts gewesen“, schreiben die Verantwortlichen: Darauf zu hoffen, dass die „finanzielle Schieflage des Vereins eventuell durch Fördergelder zu beheben ist, ist nicht im Sinne des neuen Vorstands“.

Trotz allem gehen die Macher nach eigener Darstellung mit einem positiven Gefühl aus den vergangenen Jahren heraus – nicht nur wegen der zahlreichen Helfer, die beim Festival aktiv waren. Durch die Arbeit mit Unterstützern und Künstlern hätten sich „viele neue Bekanntschaften quer durch alle Altersgruppen entwickelt“. Aktiv bleiben wolle man auch ohne Festival: So soll Mitte Januar die Reihe „Klubmusik“ mit drei Terminen weitergehen. Mehr: www.rock-am-deister.de zett



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