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Gehlenbach-Blätter: Wie in Eldagsen früher gegessen wurde

ELDAGSEN. Es kam zwar nicht aus dem Bioladen – aber war trotzdem sehr gesund: Brühe mit Gemüse, Schweinebraten mit Kartoffeln und rote Grütze als Nachtisch. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte Eldagsen hat sich in den neuen Gehlenbach-Blättern mit dem Thema Ernährung im 20. Jahrhundert in Eldagsen auseinandergesetzt.

Helgard von Wedemeyer zeigt die neuen Gehlenbach-Blätter. Darin steht das Thema Ernährung im Mittelpunkt. Foto: Mischer
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Ein dankbares Thema.

„Zu dem Thema haben wir viele Eldagsener befragt“, sagt Helgard von Wedemeyer, die den Arbeitskreis leitet. Herausgekommen ist ein kurzweiliger Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der Landbevölkerung. Und die Einsicht, dass das in Eldagsen immer mit Selbstversorgung zu tun hat. Elisabeth Kozák, Ilsemarie Adler und Anita Oppermann etwa haben in dem Artikel „Das aßen unsere Vorfahren“ herausgearbeitet, dass sich die Eldagsener bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts „von den Erträgen aus Feldern und Gärten“ ernährten. Die Menschen waren abhängig von einer guten Ernte – ansonsten war Schmalhans als Küchenmeister angesagt.

„Das Leben war einfacher – aber oft auch gesünder“, bilanziert Wedemeyer. Und betont aber auch, dass die Eldagser schon immer zu feiern wussten, wenn es denn etwas zu feiern gab. Einen solchen bot der Schlachtetag, über den Ingeborg Schwichtenberg berichtet – in Form eines Schulaufsatzes, den sie als damals 10-jährige geschrieben hatte: „Herr Jordine geht mit einem Strick in den Stall und holt das Schwein. Es quiekt fürchterlich und schlägt mit den kurzen Beinen aus.“ Und danach gab es erst einmal einen Schnaps. Und ein leckeres Abendbrot.

Aber Schlachtetag war – auch in Eldagsen – nicht jeden Tag: „In allen Monaten gab es hin und wieder ein Huhn oder anderes Geflügel als Frischfleisch, denn das Fleisch vom Schwein reichte natürlich nicht für ein ganzes Jahr.“

Deshalb war das Alltagsessen eher ohne Fleisch. Und klingt für heutige Generationen eher nach Diät. Wie dieses Rezept, die „Bottermelkanballerse“: Es besteht aus nicht mehr als Kartoffeln, Buttermilch, Mehl und etwas Salz. Mehr nicht. Das 15. Heft der Gehlenbach-Blätter wird auf dem Eldagsener Weihnachtsmarkt in der Kirche verkauft. Von 15 bis 18 Uhr sind Wedemeyer und ihre Mitstreiter vor Ort.

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