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Gegenwind für neuen BBS-Gymnasialzweig

SPRINGE. Beim wichtigsten Projekt für 2018 muss Schulleiter Michael Krampe aufs Prinzip Hoffnung setzen. Sein Antrag, in Kooperation mit der IGS einen weiteren Gymnasialzweig zu etablieren, ist verfasst. Fürsprecher sind gefunden. Klar ist, dass Gegenwind zu erwarten ist.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Denn mit dem Plan, ein bis zwei Klassen pro Jahrgang am Beruflichen Gymnasium in Springe mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik zu unterrichten, tritt die BBS in Konkurrenz zu bestehenden Institutionen. „Wir befürchten, dass unserem beruflichen Gymnasium Gesundheit und Soziales in diesem Schwerpunkt dann die Dreizügigkeit wegbricht“, nimmt Schulleiterin Sabine Sahling von der Alice-Salomon-Schule in Hannover Stellung. Schon im aktuellen Jahr sei es eine Herausforderung gewesen, überhaupt fünf neue Gymnasialklassen zusammenzukriegen.

„Wir merken, dass wir Berufsschulen insgesamt Schüler an andere Schulformen verlieren; darum halte ich es in der aktuellen Landschaft für unklug, sich gegenseitig die Schüler wegzunehmen“, sagt Sahling. Vermehrte Konkurrenz durch die Integrierten Gesamtschulen und auch die G9-Gymnasien sei deutlich spürbar.

„Aus Schülersicht empfinde ich dieses Argument als wenig stichhaltig“, hält Michael Krampe in seinem Antrag an den gemeinsamen Schulträger Region Hannover dagegen. Er müsse Jahr für Jahr Schüler ablehnen, die nach einem solchen Angebot direkt in Springe fragten. 15 bis 20 von ihnen würden vor allem nach Hameln zur Elisabeth-Selbert-Schule abwandern.

Die BBS bietet an ihrem Beruflichen Gymnasium bisher die Schwerpunkte Wirtschaft sowie Gesundheit und Pflege an. Lehrkräfte aus Letzterem könnten auch die psychologisch-pädagogische Seite unterrichten, die maßgeblich für den Schwerpunkt Sozialpädagogik sei. „Wir könnten Synergieeffekte nutzen“, argumentiert Krampe.

Außerdem steigere die Erweiterung um den Schwerpunkt Sozialpädagogik die Attraktivität seiner Schule. „Das macht mögliche Diskussionen über die Einführung einer gymnasialen Oberstufe an der IGS Springe überflüssig“, heißt es weiter in seinem Antrag.

Schulleiterin Sahling will sowohl bei ihrem Träger als auch den politischen Gremien deutlich gegen eine Konkurrenzverschärfung angehen. Dabei verweist sie auf das Berufsschulkonzept 2020, in dem ihre Schule als Kompetenzzentrum für Gesundheit und Soziales aufgeführt sei. „Je mehr Klassen wir haben, desto besser ist auch das Angebot, das wir machen können“, argumentiert sie für die Zentralisierung.

Dass die Springer Oberstufenschüler dafür einen weiteren Weg in Kauf nehmen müssen, sei tragbar. „Die Verkehrsanbindung durch den öffentlichen Nahverkehr ist gut.“

Von der Elisabeth-Selbert-Schule erwartet Michael Krampe weniger Gegenwind. Hintergrund: Sie hat einen anderen Träger. Außerdem sei die Hamelner Institution verpflichtet, in erster Linie Schüler aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont aufzunehmen.

Der Schulausschuss der Region Hannover tagt das nächste Mal am 19. Oktober. Und Krampe rechnet damit, dass auch sein dringendstes Anliegen darin verhandelt wird. Die Feierlichkeiten an der BBS Springe zum 125-jährigen Bestehen sind dann gerade beendet. Die Weichen für die nächsten Entwicklungsschritte in Springe womöglich gestellt. Aktuell haben die Berufsbildenden Schulen in Springe etwa 140 Lehrkräfte, mehr als 2700 Schüler und durchaus Raumnot.



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