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Gastschul-Gebühren: OHG warnt vor Zwangsschrumpfung

SPRINGE. Zweieinhalb Jahre ist er jetzt her, der große Schulgeld-Frieden: Damals verkündeten der gerade gewählte Bürgermeister Christian Springfeld (FDP) und Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) einhellig, man wolle auf die gegenseitige Erhebung von Gastschul-Gebühren verzichten.

Foto: Mischer
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Ein Schlussstrich sollte das sein unter die jahrelange Debatte um Zahlungen für Schüler aus Bad Münder am Springer Otto-Hahn-Gymnasium – zumindest ein vermeintlicher: Irritiert haben die Verantwortlichen im OHG verfolgt, wie die SPD-Ratsfraktion das Thema diese Woche wieder aus dem Hut gezaubert hat.

Wie berichtet, fordern die Sozialdemokraten – als eine Lösung auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt – wieder Verhandlungen mit dem Nachbar-Landkreis aufzunehmen. Der soll, wie er es schon mal einige Jahre tat, wieder Geld für die münderschen Schüler am Springer Gymnasium zahlen. Weigere man sich in Hameln, droht SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt, müsse man darüber nachdenken, die betroffenen Schüler in Springe nicht mehr zu unterrichten.

Für OHG-Leiterin Kerstin Prietzel wird „die Diskussion auf dem Rücken der Schüler ausgetragen – das macht mich betroffen“. Konkret meint sie: Gibt es kein Geld vom Landkreis – und das ist äußerst wahrscheinlich – dann würde der Ausschluss der Münderaner „die Wahlmöglichkeiten für die Springer deutlich einschränken“.

Sprich: weniger Kurse, weniger Angebote, weniger Auswahl – „alles, was wir uns über die Jahre erarbeitet haben“, sagt Prietzel. Ihr gehe es nicht um einen Wettbewerb um Schüler und Anmeldungen, betont sie: Das Verhältnis des OHG zur KGS in Bad Münder und zur IGS Springe sei gut, es gibt Kooperationen, einen steten Austausch.

Sie habe sich auch gefreut, betont Prietzel, über die Unterstützung von SPD und CDU, die sich immer wieder für Sanierung oder Neubau des maroden OHG-Gebäudes stark gemacht haben: „Da haben wir viel Rückhalt und Vertrauen erfahren.“ Umso weniger verstehe sie nun, „was sich die SPD von der Debatte erhofft“. Die Schulleiterin fragt sich, ob die Zahl der OHG-Schüler über diesen Umweg gedrosselt werden soll, um bei einem möglichen Neubau des Schulzentrums Süd Platz und Geld zu sparen. Und um so die akuten Raumprobleme zu bekämpfen, die das OHG schon lange plagen.

Wie groß der Effekt wäre, ist allerdings fraglich: Besuchten vor einigen Jahren noch gut 200 Schüler aus Bad Münder das Gymnasium, sind es laut Prietzel aktuell gut 120. Die KGS in Bad Münder habe durchaus Schüler vom OHG abgezogen: „Die machen eine gute Arbeit dort und das ist so völlig in Ordnung.“

Information

Dass Münderaner Schüler in Springe unterrichtet werden, hat auch einen historischen Hintergrund: Das Gymnasium wurde am 27. August 1968 – also vor 50 Jahren – noch als Gymnasium des alten Landkreises eröffnet. Und zu dem gehörten Springe und Bad Münder.

Schon vor gut 13 Jahren hatte die Debatte um Schulgelder Wellen geschlagen. Damals ließ sich der Landkreis Hameln-Pyrmont zu einer Zahlung von insgesamt 450 000 Euro über drei Jahre bewegen – mehr aber nicht.



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