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Linden am Bahnhof stark ausgelichtet

Gärtner Jaesch: „Das tut mir in der Seele weh“

Bennigsen (mari/ric). Die städtischen Gärtner haben gestern fünf Linden am Bennigser Bahnhof gestutzt. „Das tut mir in der Seele weh“, ärgert sich der örtliche Imker und Gärtnermeister Bernhard Jaesch über das radikale Vorgehen.

Arbeitseinsatz mit Hubwagen und Motorsäge: Die städtische Gartenabteilung hat gestern die Linden am Bennigser Bahnhof gestutzt.

Laut Jaesch sollten die Grünpfleger vielmehr die Ökologie walten lassen, damit die Bäume im Frühjahr endlich wieder blühen können, und lieber die Spontanvegetation am Boden entfernen, die die Linden am Wachstum hindern. Jaesch kritisiert: „Doch in diesem Bereich machen sie nichts.“

Der städtische Gärtnermeister Achim Gerke weist den Vorwurf des rigorosen Vorgehens entschieden zurück: „Wir haben die Bäume zwar stark ausgelichtet, von einem Radikalschnitt kann aber keine Rede sein.“ Die Linden seien vor Jahrzehnten „auf Kopf“ geschnitten worden. Als Folge davon bildeten sich zahlreiche neue Triebe, die allerdings nach etlichen Jahren Wachstum auszubrechen drohen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn die Schnittfläche zu faulen beginnt.

Laut Gerke rückt die Stadt im Fünf-Jahres-Rhythmus an und lichtet die Kronen. Den Zeitpunkt für die Maßnahme hätten die ausgebildeten Baumpfleger Helmut Schorsch und Martin Weihrauch bestimmt. Gerke: „Die beiden wissen, was sie tun. Wir machen hier bestimmt keine unnütze Arbeit.“

Laien mögen sich darüber wundern, dass die Stadt mitten im Winter mit dem Hubwagen und der Kettensäge anrückt, „aber den Linden schadet das nicht. Da etliche ältere Zweige stehen geblieben sind, werden sie auch in diesem Frühjahr wieder blühen“, beruhigt Gerke. Die städtischen Gärtner müssen sich um knapp 10 000 Bäume kümmern; ihre Hauptarbeitszeit ist dabei zwischen Herbst und Frühling, denn der Sommer fällt wegen der Brutzeit der Vögel heraus.



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