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Für Landwirte wird’s im Winter ruhiger

GESTORF. Was machen Landwirte eigentlich im Winter? Björn Estorf, Vorsitzender des Landvolks Bezirk Springe, sitzt aktuell am Schreibtisch und wartet. Wartet auf Regen.

Bis spätestens Weihnachten muss die Rübenernte abgeschlossen sein. Foto: archiv
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Mitte Oktober hatte er sich noch den Regen herbeigesehnt, nun wünscht er sich, dass der Boden endlich wieder trocken wird. „Aktuell ist die Befahrbarkeit der Felder nicht gegeben“, sagt der Landwirt. „Die Rübenfelder können nicht gerodet werden, solange der Boden noch so nass ist.“ Dabei befänden sich die meisten Landwirte mit den Ackerarbeiten auf der Zielgeraden. „Die Kartoffeln sind raus und bis spätestens Weihnachten muss die Rübenernte abgeschlossen sein“, erklärt er und ergänzt: „Es gibt Landwirte, die haben noch keine einzige Rübe raus, andere sind schon komplett fertig damit.“ Zudem müssten noch Flächen mit Weizen bestellt werden.

Auch in den Ställen muss alles auf Winterzeit umgestellt werden. „Stallarbeiten sind in der kalten Jahreszeit viel anspruchsvoller“, sagt Estorf. Die Landwirte müssten immer auf die Temperaturen achten, damit die Tiere keinen Zug bekommen. „Generell dauert die Fütterung dann mindestens eine Viertelstunde länger“, sagt Estorf. Zudem müssten die Bauern genügend Futter einlagern, um die Tiere über den Winter zu bringen.

Estorf hofft, dass es dieses Jahr wieder einen richtigen Winter gibt. „Die letzten drei waren nichts“, sagt er, „dabei ist Bodenfrost das Schönste, was es gibt.“ Frost verbessere den Boden vor den Frühjahrskulturen. „Viele Böden lassen sich einfach besser bewirtschaften, wenn es Frost gibt – das ist die sogenannte Frostgabe“, so der Gestorfer.

Was er und viele seiner Kollegen am Winter gar nicht leiden könnten, sei die Büroarbeit. „Das schieben wir gern das ganze Jahr vor uns hin“, gibt er offen zu. Abrechnungen „und die vielen Verwaltungsakte“ beschäftigen den Gestorfer dann mehr als ihm lieb ist. Estorf kümmert sich im Winter um den Jahresabschluss, Betriebsvergleiche, Liquiditätsplanung und um eine ausführliche Betriebsanalyse. Was aber im Winter auch nicht zu kurz kommen darf, ist die Wartung und Pflege von Maschinen, Gebäuden und technischen Anlagen. „Das fällt dann alles unter Hofarbeit“, sagt der Landwirt.

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