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Familienbetrieb aus Altenhagen I will bis Februar ein Hybrid-Auto fertigstellen

Für die Firma Pfau sind harte Winter herrlich

Altenhagen I (jemi). Sie folgt auf zwei Ottos – dass sie selbst keiner geworden ist, findet Alexandra Pfau gar nicht so schlimm, sagt sie schmunzelnd. Denn das Unternehmen Pfau in Altenhagen I, das einst ihr Urgroßvater Otto gründete, leitet sie trotzdem. Übernommen hat sie den Betrieb vor knapp vier Jahren von ihrem Vater – natürlich auch ein Otto. Dass sie als erste Frau nun das Sagen hat, sieht sie nicht als problematisch an: „Ich bin mit unserer Firma aufgewachsen und hatte schnell von den wichtigsten Bereichen eine Ahnung“, sagt die 41-jährige Geschäftsführerin von „Pfau Kommunalgeräte“. Seit rund 40 Jahren entwickelt der Betrieb Fahrzeuge für den Winterdienst.

ñ  Alexandra Pfau im Gespräch mit Techniker Torsten Grube.  ö  Das Unternehmen baut vor allem Fahrzeuge, die sich für den Winter

Die Hochsaison beginnt aber bereits nach den Sommerferien. Denn jetzt im Winter müssen die Fahrzeuge längst verkauft und auf den Straßen unterwegs sein. „Der Winter im vergangenen Jahr war für uns natürlich richtig herrlich – er war so schön schneereich und lang“, sagt Alexandra Pfau. Auch die jetzige kalte Jahreszeit sei sehr gut gestartet für das Unternehmen – und wenn es nach der Chefin geht, darf es in den kommenden Wochen noch jede Menge Schnee geben.

Das wichtigste Standbein des Unternehmens ist für die Geschäftsführerin das Herstellen der speziellen Pfau-Autos. Etwa 10 000 Wagen der Altenhagener Marke fahren in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland herum, schätzt Alexandra Pfau. Ein eingekauftes Modell wird dafür von Mitarbeitern ihrer Firma komplett umgebaut.

Weitere Einnahmequellen sind Aufsätze für andere Fahrzeuge wie Schneepflüge oder Streuautomaten. Auch andere Automarken gestaltet das Unternehmen um.

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Alexandra Pfau berichtet, dass sie und ihr Team stets versuchen, Neuheiten zu entwickeln. Das habe auch zu der Entscheidung geführt, in der Kernstadt eine Zweigstelle einzurichten. Das war genau vor der großen Wirtschaftskrise. Rückblickend sei das nicht die glücklichste Entscheidung gewesen, sagt Pfau heute. „Hätten wir gewusst, dass solch eine Krise bevorsteht, hätten wir die Erweiterung wohl zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen.“ Erst 2010 habe sich die wirtschaftliche Lage dann wieder entspannt.

Derzeit tüfteln ihre Mitarbeiter an dem ersten Hybridfahrzeug des Unternehmens. Gerade für die Innenstädte sei das eine Alternative, sagt die 41-Jährige. 1993 hatte schon ihr Vater ein Auto mit dieser Technik entwickelt und dafür einen Preis erhalten. „Damals war die Technik aber noch nicht so weit.“ Deshalb wurde das Thema damals erst einmal noch beiseite geschoben. Nun soll das Vorhaben aber in die Tat umgesetzt werden. Bereits im kommenden Monat soll das erste Hybrid-Auto aus Altenhagen I fertiggestellt sein.

Bis es so weit ist, wartet auf das Familienunternehmen, das insgesamt etwa 80 Mitarbeiter beschäftigt, noch viel Arbeit. „Wenn man selbstständig ist, endet ein Bürotag eben nicht nach acht Stunden“, sagt die Altenhagenerin. Doch sie setze sich gerne für die Firma ein, die vor Jahrzehnten als Fahrradwerkstatt und Tankstelle begann. Seit dem ersten Otto war es ein langer Weg...



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