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Früher arbeitslos - nun hilft sie selbst Arbeitslosen

Jasmin Fischers Weg zum Traumjob war schwierig - und voller Überraschungen. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Nachdem sie bei „New Horizons“ selbst eine Weiterbildung gemacht hat, sitzt sie nun als Mentorin in dem Unternehmen auf der anderen Seite des Tisches. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. Über einige Umwege ist Jasmin Fischer zu ihrem Traumjob gekommen – mit Unterstützung der Arbeitsagentur in Hannover. Nachdem die 26-Jährige selbst arbeitslos war, hilft sie nun als Mentorin Jobsuchenden, sich für den richtigen Beruf zu qualifizieren.

2012 hat Fischer Abitur gemacht und anschließend in Magdeburg „Medienbildung“ studiert. Als sie 2015 ihren Bachelor in der Tasche hatte, hat sie sich erst einmal ein paar Träume erfüllt: „Ich habe in einer Band gespielt und bin aufgetreten und habe in einer Buchhandlung gearbeitet“, berichtet die Springerin. Eigentlich stand für sie der Wunsch fest, Radiomoderatorin zu werden. 2016 hat sie dann ein Volontariat beim Radiosender absolviert und war später in Hameln als freie Mitarbeiterin beschäftigt. „Ich habe aber festgestellt, dass das nicht das war, was ich mir erhofft hatte und dass das nicht das Richtige für mich war. Und dann musste ich mir klar werden, wie es weitergehen kann.“

Bei der Agentur für Arbeit wurde sie von Klara Steinlicht beraten. „Medienbildung war schon ein ungewöhnlicher Studiengang“, berichtet Steinlicht. Fischer sei kein Einzelfall, viele Studiengänge seien heute sehr breit gefächert und könnten eben „nicht in feste Kategorien gepresst werden“, weiß Steinlicht. Gemeinsam haben die beiden nach Lösungen gesucht und für Fischer ein Bewerberprofil erstellt. „Mich interessiert in der Beratung nicht nur der Studiengang, sondern wir sprechen über Wünsche und Neigungen.“ Und schon da zeichneten sich zwei Perspektiven ab: die Erwachsenenbildung und ihr Interesse für technische Themen.

Gemeinsam mit Steinlicht entschied sich Fischer für eine Weiterbildung bei „New Horizons“ in Hannover. Mit mehr als 30 Millionen durchgeführten Trainings über 300 Centern in über 70 Ländern weltweit ist „New Horizons“ einer der größten unabhängigen Trainingsanbieter der Welt. Die Mitarbeiter bieten Kurse zu den Themen, IT, Office, Adobe, Prozess- und Projektmanagement an.

Das Besondere: Das Unternehmen hatte eine Stelle ausgeschrieben, während Fischer dort ihre Weiterbildung absolvierte und ihre Zertifikate machte – die Kosten dafür hatte die Arbeitsagentur übernommen. Für Fischer stand sofort fest: Auf die Stelle will sie sich bewerben und darauf will sie sich konzentrieren. Und: Es hat geklappt. Seit dem 16. Juli ist sie als „WalkIn-Mentorin“ fest angestellt und gibt Seminare. „Ich vermittel vermissen, wie man im Arbeitsleben erfolgreicher sein kann.“ Durch die erworbenen Zertifikate ergeben sich neue Berufsaussichten für Bewerber.

Jetzt ist Fischer an ihrem Ziel angekommen – und vor allem glücklich in ihrem neuen Job. „Dass es ein paar Umwege gab, ist schade, schließlich habe ich einige Freunde an mir vorbeiziehen sehen“, berichtet die 26-Jährige. Dass die Suche mit Höhen und Tiefen verbunden ist, weiß auch ihre Beraterin Steinlicht. Dass es auch mal frustrierend sei, wenn eine Absage nach der nächsten von Firmen im Briefkasten liegen, ist klar. „Aber das gehört dazu und ist heute normal.“

Ihre Arbeit bestehe dann darin, die Bewerber zu motivieren und ihnen zu erklären, die Absage nicht persönlich zu nehmen. „Ich sage meinen Kunden, dass sie nicht die Einzigen sind, denen es so geht, und sie nicht aufgeben dürfen.“

Der Werdegang von Fischer sei schon einzigartig. „Dass die Beratung bei dem Unternehmen für ihre Weiterbildung gleichzeitig auch noch ein Vorstellungsgespräch war, ist mir auch noch nie untergekommen“, sagt Steinlicht mit einem Lachen. Sie ist aber auch realistisch: Nicht mit allen Jobsuchenden klappe das so gut und so schnell. „Aber manchmal, wenn man mit den Kunden arbeitet, ergeben sich wie bei einem Puzzle neue Teile und es entstehen neue Perspektiven.“ Die Mitarbeiter der Arbeitsagentur arbeiten mit einem speziellen Programm: Anhand der Forderungen des Unternehmens und der Kriterien des Bewerbers ermittelt das System ein „Match“, also eine Übereinstimmung. „Der automatische Suchlauf ist als Instrument gut, aber kann nicht auf alle individuellen Situationen immer angewendet werden.“ Die Stelle für Fischer hat Steinlicht selbst ausgewählt. „Manchmal ist die Suche komplizierter, wenn Kunden etwa bei der Arbeitszeit eingeschränkt sind oder die Arbeitsstelle nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein soll“, berichtet Steinlicht.

Oder eben – wie bei Fischer – der Studiengang zu breit ausgelegt ist. „Es ist schön zu wissen, dass ich Fischer in ihrem Leben begleiten durfte, in einer Phase, in der es vielleicht eher keine Perspektiven gab und jetzt der Plan aber aufgegangen ist. Das freut mich auch persönlich sehr.“



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