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Friedrich will den Schwerpunkt des Ortsrates neu definieren

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich würde den Schwerpunkt des Ortsrates anders legen. Dabei nimmt der Ortsbürgermeister die Vereine und Gruppen in die Pflicht. Friedrich glaubt, dass der Ortsrat nicht überall in die Bresche springen kann: Osterfeuer, Weihnachtsmarkt und dann auch noch Ortspolitik.

Der frühere Schutzmann als Ortsbürgermeister — Karl-Heinz Friedrich will Bürgeranliegen höher gewichten und bearbeiten. Foto: Weißling
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Frisch im Amt blies Karl-Heinz Friedrich der Wind gleich kräftig um die Ohren: Dass der gespendete Christbaum auf dem Weihnachtsmarkt vor einem Jahr nicht ganz so formschön daherkam — geschenkt. Dass die Feuerwehrwehr dem traditionellen Osterfeuer als Ausrichter eine Absage erteilte, erwischte den neuen Ortsbürgermeister dagegen kalt. Überhaupt erwies sich die Frage nach Feiern in der Innenstadt als herausfordernd.

Anwohnerinteressen etwa machen dem Schützenfest auf dem Burghof auf Dauer einen Strich durch die Rechnung. „Das hat sich erledigt, da sind wir raus“, sagt Friedrich. Außerdem legen Auflagen und Sicherheitsbestimmungen die Latte für öffentliche Feste immer höher, während Ehrenamtliche an ihre Grenzen stoßen. In dieser Gemengelage werde immer wieder der Ruf nach dem Ortsrat laut, schildert Friedrich. „Das erste Jahr war nur Organisation von Festen“, blickt er zurück auf die Arbeit und ist nicht gerade froh darüber. „Wir sind ein kleines Gremium, nicht allwissend, aber mit bestimmten und berechtigten Aufgaben.“

Gerne würde er den Schwerpunkt des Ortsrates anders legen. „Auch die vielen kleinen Anliegen, die an uns herangetragen werden, sind wichtig“, betont er und nennt Beispiele: Müll vor Kneipen, wilde Parkerei, eine taugliche Lösung für alle Verkehrsteilnehmer in der viel befahrenen und beparkten Rosenstraße finden. „Als früherer Kontaktbeamter ist mein Draht in die Verwaltung gut“, hebt er seine Stärken hervor. Darüber hinaus sähen die Leute in ihm weiter den Schutzmann. Eine Rolle, die auch er selbst nicht ganz ablegen möchte. „Ich kümmere mich gerne und nach Möglichkeit sofort“, sagt er.

Dass der Heimatbund sich im Oktober aufgelöst hat, dass der Förderverein Kunst und Kultur, der sich besonders um den Springe-Brunnen verdient gemacht hatte, keine Perspektive mehr sieht, macht Friedrich betroffen, gleichzeitig grenzt er sich bewusst ab. „Da heißt es dann schnell der Ortsrat kann, der Ortsrat muss“. Friedrich aber glaubt nicht daran, überall in die Bresche springen zu können und ist überzeugt, dass wertvolles, ehrenamtliches Engagement auf viele Schultern verteilt sein muss. „Ich betone im Namen des ganzen Ortsrates, dass es in der Kernstadt viele Vereine und Gruppen gibt, die für das Zusammenleben tolle Arbeit leisten und ohne die es nicht geht“, sagt er und zählt sofort Vereine auf, deren Aktionen der Ortsrat finanziell oder organisatorisch unterstützt. Mit Blick auf das Osterfeuer und den Weihnachtsmarkt findet er, die Kernstadt könne sich durchaus ein Beispiel an den Ortsteilen nehmen. „Da werden viele Osterfeuer von der Ortsfeuerwehr ausgerichtet und mancherorts sind Vereine und andere Zusammenschlüsse daran beteiligt.“ Bei den Weihnachtsmärkten verhalte es sich ähnlich. In Bennigsen veranstalte die BIG den Weihnachtsmarkt durch, in Altenhagen stehe das Dorfkulturerbe dafür ein und in Eldagsen die Werbegemeinschaft.

Für 2018 sieht Friedrich aber auch die Festorganisation in Springe auf gutem Weg. „Wir haben eine Liste erstellt und Arbeitsgruppen von je zwei Personen gebildet, welche für Aufgaben die Organisation übernehmen“, sagt Friedrich. Als Beispiel: Uwe Lampe für die Müllsammelaktion, Claudia Starke fürs Osterfeuer, Oliver Grosek für den Jazzfrühschoppen, fürs Bürgerkönigschießen Marita Kürsten, Tim Schmelzer für den Empfang des Feuerwehrmusikzugs am Heiligen Abend im Rathaus. Friedrich hat in Sachen Volkstrauertag den Hut auf.

Nach einem „termingeschwängerten“ ersten Jahr als Ortsbürgermeister freut auch er sich über etwas Ruhe zwischen den Jahren. Und damit dass das Bier beim nächsten Maibaumfest auf Anhieb strömt, will er in den nächsten Wochen noch etwas genauer hinschauen. Ein Wirt, den er kennt, habe den Schwung raus beim Fassanstich.



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