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Friedhofsgebühren steigen

Springe. Eine Gratwanderung: Um die Einnahmen für die Friedhofsbewirtschaftung zu erhöhen, hat die Stadt in den vergangenen Jahren mehrfach an der Gebührenschraube gedreht. Doch die Springer nehmen das nicht einfach hin – sie weichen auf andere Friedhöfe aus oder wählen preiswertere Beisetzungsformen. Die Gebühren steigen nun zum 1. August abermals – um vergleichsweise moderate 8,5 Prozent.

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Für ein normales Reihengrab müssen demnach künftig 1260 Euro bezahlt werden, für ein Wahlgrab 1917 Euro. Eine anonyme Urnenstelle kostet 652 Euro.

In Einzelfällen bleibt es aber nicht bei der Erhöhung um 8,5 Prozent. So verteuert sich die Bestattung der Urne selbst auf 189 Euro – ein Aufschlag von immerhin fast 40 Prozent.

Auch an anderer Stelle werden einzelne Leistungen teilweise deutlich teurer als bisher oder erstmals überhaupt in Rechnung gestellt. Dazu zählt etwa das Bearbeiten von Anträgen auf Umbettung oder auf vorzeitige Rückgabe von Nutzungsrechten. Hier wird künftig ein Stundensatz von 40 Euro zugrunde gelegt.

Die Genehmigung für das Aufstellen eines Grabsteins und die später erforderlichen Standfestigkeits-Kontrollen lässt sich die Stadt mit pauschal 110 Euro vergüten. Darin enthalten ist allerdings auch schon das Entfernen des Grabmals nach Ablauf der „Liegedauer“.

Die vom Rat einmütig abgesegnete Neukalkulierung der Gebühren soll rund 24 000 Euro zusätzlich in den Stadthaushalt spülen. Davon erhoffen sich Politik und Verwaltung eine weitere Verbesserung des Kostendeckungsgrades. Der liegt derzeit bei 60 Prozent, die neue Zielmarke sind 80 Prozent.

Ob dies gelingt, ist allerdings sehr fraglich. So hatte die Stadt vor fünf Jahren schon einmal – damals allerdings sehr kräftig – die Gebühren angehoben. Der Versuch, den Kostendeckungsgrad von 40 auf 75 Prozent zu steigern, gelang nur teilweise. Am Ende kamen 60 Prozent heraus.

Das hängt auch damit zusammen, dass das Einnahmeplus von rund 350 000 Euro durch eine rückläufige Zahl von Bestattungen (minus 15 Prozent) teilweise wieder aufgezehrt wurde. Denn: Immer öfter entscheiden sich Springer, ihre Angehörigen auf Friedhöfen außerhalb der Stadtgrenzen beisetzen zu lassen. Gleichzeitig hält der Trend zu preisgünstigen Urnenbestattungen an.

Vor diesem Hintergrund scheut sich die Stadt, schon wieder derart kräftig hinzulangen. Dementsprechend wurde auch der ursprüngliche Plan verworfen, die Gebühren um durchschnittlich 15 Prozent anzuheben. Auf diese Weise hätte der Kostendeckungsgrad, der den Anteil der Einnahmen im Verhältnis zu den Gesamtkosten ausweist, sogar auf 85 Prozent angehoben werden sollen – zumindest auf dem Papier…mf

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