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Sechs Monate nach dem Start gibt es nur 17 Bufdis in Springe / Werben Einrichtungen zu wenig?

Freiwillig, sozial – und die große Ausnahme

Springe (ric). Ein halbes Jahr nach seinem Start ist der Bundesfreiwilligendienst genauso schleppend angelaufen wie Kritiker befürchteten. Zumindest im ländlichen Bereich. In Springe hält sich die Nachfrage stark in Grenzen.

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Natalia Rasinski war eine der ersten, die in der Deisterstadt ihren Dienst vor sechs Monaten antrat, im Schullandheim der Tellkampfschule. „Aktuell gibt es im Stadtgebiet 17 Freiwillige“, hat Heinrich Holthaus, Regionalbetreuer des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben auf NDZ-Nachfrage ermittelt. Einordnen lässt sich diese Zahl durch einen Vergleich beim Roten Kreuz: Thomas Dettmer aus Altenhagen I, Geschäftsführer des DRK Region Hannover, zählt in seinen zahlreichen Einrichtungen bislang nur 15 Bufdis – regionsweit. Sie arbeiten in Kitas, im Krankentransport, in der ambulanten Pflege und in Pflegeheimen. „Zur Blütezeit hatten wir weit über einhundert Zivis.“

Die Stadtverwaltung versucht händeringend, die Lücken zu schließen, die durch den Wegfall des Zivildienstes entstanden sind: In den Jugendzentren wird zum Januar ein Bufdi an den Start gehen, zwei Stellen sind allerdings noch unbesetzt. Claudia Weichsel vom städtischen Fachdienst Personal und Organisation glaubt indes nicht, dass die neue Form der Freiwilligenarbeit wenig attraktiv ist: „Ich denke aber, dass früher einige Zivildienst aus dem Grund geleistet haben, damit sie nicht zur Bundeswehr müssen.“ Bufdi hingegen kann jeder für ein Jahr werden, Mann oder Frau, alt oder jung. Weichsel sagt, es gebe noch Anfangsschwierigkeiten, Kinderkrankheiten.

330 Euro zahlt die Stadt als „Taschengeld“ aus, als Träger kann sie Sachleistungen wie Fahrkarten oder Verpflegung übernehmen. Das Geld gibt‘s brutto gleich netto überwiesen.

Das Bundesamt indes wünscht sich von den Einrichtungen ein aktiveres Werben für ihre Einsatzstellen. „Dann werden sich auch die Zahlen für Springe verändern“, ist die Leiterin der Pressestelle, Antje Mäder, überzeugt. Der Bedarf für freiwilliges Engagement sei groß, es müsse sich eben noch mehr herumsprechen, was die Teilnehmer in der Zeit erlebt haben: „Wer dabei ist, gewinnt an Lebenserfahrung oder Zeit zur beruflichen Orientierung.“



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