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Freiheitsstrafe wegen Schwarzfahrens

SPRINGE. Die Polizei musste einen einschlägig vorbestraften Mann aus Springe jetzt aus seiner Wohnung abholen und ihn persönlich zum Amtsgericht zu seiner Verhandlung bringen. Der Angeklagte war mehrfach in der S-Bahn-Linie 5 schwarz gefahren und musste sich vor Gericht verantworten.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. Kein guter Tag für einen Mann aus Springe: Die Polizei musste ihn jetzt aus seiner Wohnung abholen und persönlich zum Amtsgericht zu seiner Verhandlung bringen. Auch die lief nicht gut: Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte war mehrfach in der S-Bahn-Linie 5 schwarz gefahren - jetzt folgte das Urteil.

Sowohl am 31. August als auch am 17. Oktober vergangenen Jahres soll er mehrmals ohne Fahrausweis mit dem Zug gefahren sein. An dem Tag im August wurde er sogar gleich zweimal erwischt, als er auf dem Weg von Springe nach Langenhagen war. Ausgestiegen war er beim ersten Mal schon nicht – sondern fuhr einfach weiter bis nach Langenhagen-Mitte, wo er erneut kontrolliert wurde.

Und: Es war nicht das erste Mal, dass er schwarz gefahren war. Alleine sechs Eintragungen im Zentralregister wegen Betrugs und Erschleichen von Leistungen hat der Angeklagte bereits. Erst am 10. August wurde er vom Amtsgericht Hannover verurteilt. Nur 20 Tage später setzte sich der Mann wieder ohne Ticket in die Bahn. Der Mann gab die Straftaten zu. Seine Monatskarte sei immer einen Tag vor der Schwarzfahrt abgelaufen, gab er an. Er dachte, er hätte noch einen Tag länger Zeit gehabt, sich einen neuen Fahrschein zu kaufen. Die Richterin ließ sich vom Angeklagten noch im Gerichtssaal seine Monatskarte vorzeigen, die noch bis zum 10. Juli gültig ist. Der Mann arbeitet jetzt noch seine Sozialstunden von der letzten Verurteilung ab. Seit 2014 wurde er mindestens einmal im Jahr verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft rechnete ihm an, dass er sich geständig zeigte – unterstellte ihm aber auch klare Absicht, bewusst kein Ticket gekauft zu haben. Dass er nur 20 Tage nach seiner letzten Verurteilung schon wieder schwarz gefahren ist, zeige, dass er aus den Strafen offenbar nichts gelernt habe, erklärte die Staatsanwältin. Er habe sich die Urteile damit nicht zu Herzen genommen.

Jetzt sei er sogar einfach mit dem Zug weiterfahren, obwohl er im August bei dieser Fahrt bereits erwischt wurde. Vor dem Hintergrund der Vorstrafen entschied sich die Staatsanwaltschaft gegen eine Geldstrafe und forderte eine zweimonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Das Gericht folgte dieser Einschätzung und verurteilte den Mann. Er muss zudem innerhalb von sechs Monaten 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten und dem Gericht alle vier Wochen seine Monatskarte vorzeigen. „Da spricht viel für Dusseligkeit“, sagte die Richterin. Erfüllt er die Auflagen nicht, muss er für zwei Monate ins Gefängnis.



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