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Springer Jugendliche sagen ihre Meinung zur Aussetzung der Wehrpflicht

Freiheit, Gerechtigkeit und Konkurrenzdruck

Springe (jemi). Elvis Presley und der britische Prinz Harry haben ihn geleistet: den Wehrdienst. In dieser Woche sind in Deutschland die vorerst letzten Wehrpflichtigen eingezogen worden. Viele Springer Jugendliche profitieren von der Gesetzesänderung. Die NDZ hat bei ihnen nachgefragt, was sie von der Wehrreform halten.


Jens Mahlmann musste noch in den sauren Apfel beißen und hat seinen Wehrdienst geleistet – als einer der letzten Rekruten. Gerade erst ist er fertig geworden. „Hätte ich die Wahl gehabt, hätte ich lieber gleich mit dem Studium begonnen“, sagt er. Allerdings habe er nun Erfahrungen gesammelt, die er nicht missen möchte. „Ich bin sogar etwas stolz darauf, dass ich die Zeit durchgezogen habe“, sagt der 19-Jährige. So habe er seine Grenzen austesten und die Kameradschaft spüren können. Auch Marvin Gouraud rutschte gerade noch in die Wehrpflichtzeit. Er entschied sich für den Zivildienst und arbeitete im Springer Krankenhaus. Gouraud hält die Gesetzesänderung für dringend erforderlich: „Der Wehrdienst ist überholt.“ Ein wenig ärgert ihn nur, dass die jetzigen Jahrgänge verschont bleiben. „Ich sehe die Zivildienstzeit zwar nicht als verschenkt an, aber freiwilliges Engagement nach eigenen Vorstellungen ist eindeutig besser.“ Der Zwang habe einen „bitteren Beigeschmack“. Außerdem habe ihn stets die ungleiche Behandlung zwischen Jungen und Mädchen gestört, so Gouraud.

Mit Wohlwollen hat Diego Léon die Wehrreform wahrgenommen. Er ist zwar Kriegsdienstverweigerer – trotzdem findet er die neue Regelung richtig, sagt der Jugendliche.

Der 18-jährige Robin Voges sieht die Situation mit gemischten Gefühlen – er gibt sich nachdenklich: „Auf der einen Seite finde ich die Abschaffung sinnvoll. Auf der anderen Seite entsteht nun größere Konkurrenz auf dem Ausbildungs- und Studiumsmarkt“ – vor allem wegen des Doppelabiturs in diesem Jahr. Die gewonnene Freiheit sei allerdings nicht von der Hand zu weisen. Das bestätigt Till Niebuhr. Er hält etwa die strafrechtliche Verfolgung bei Fahnenflüchtigen für zu hart. Außerdem bewertet er positiv, dass Jugendliche nach der Schule gleich ihre Ziele verfolgen können.



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