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Freibäder dicht: Springe verliert Badegäste an Bad Münder

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VON MARITA SCHEFFLER UND SANDRA HERMES

„Menschlich ärgert mich das schon, dass wir bei dem Wetter nicht mehr geöffnet haben“, gibt Karsten Kohlmeyer, Vize-Vorsitzender des Eldagser Freibades, offen zu. Auch er würde bei dem Wetter gerne noch ein paar Runden im kühlen Nass ziehen. Die Saisonverlängerung sei für den Verein aber nicht drin gewesen: „Der weitere Betrieb wäre defizitär gewesen. Das hätte unsere Bilanz nicht verbessert, sondern geschmälert – selbst bei so hohen Temperaturen wie in dieser Woche.“ Klingt paradox.

Kohlmeyer liefert aber auch die Erklärung dazu. Mit den Jahreskarten-Besitzern, die in Eldagsen den Großteil der Gäste ausmachen, sind keine zusätzlichen Einnahmen zu machen. Die Kosten für das Personal, für Strom und für Wasser steigen aber mit jedem weiteren Öffnungstag. Die Rechnung kann folglich nur mit anderen Bezahlmodellen wie zum Beispiel Zehner-Karten aufgehen.

Ein weiterer Grund, warum Eldagsen bei seinem seit dem Frühjahr geplanten Saisonende bleiben musste: Für das vorige Wochenende war das Hundeschwimmen angesetzt, „das wir auch nicht verschieben mochten“, so Kohlmeyer. Ein regulärer Badebetrieb ist nach dem tierischen Spaß nicht mehr möglich. Das gilt auch für Bennigsen.

Dort hätte man das Hundeschwimmen auch nicht verlegen können, sagte Freibadchefin Martina Riemer. „Es hatten sich zu viele Besitzer aus dem ganzen Norden angemeldet. Das wäre einfach nicht gegangen.“ Auch sonst sei es planerisch nicht möglich gewesen, den Betrieb jetzt noch aufrecht zu erhalten. „Es ist auch eine Frage des Personals und das steht uns seit Anfang dieser Woche nicht mehr zur Verfügung, weil fast alle erst mal in ihren wohlverdienten Urlaub gefahren sind“, so Riemer.

Für einen normalen Freibadtag brauche sie mindestens sieben Mitarbeiter, drei Personen am Becken, drei Mitarbeiter im Kiosk und eine Putzhilfe. „Wir konnten bei unserer diesjährigen Planung einfach nicht ahnen, dass sich der September derart sonnig und warm präsentieren würde. In den letzten vier Jahren sah das ganz anders aus“, fügt die Freibadchefin hinzu.

Auch im Waldbad Altenhagen ist die Stimmung eher betrübt. „Glücklich bin ich darüber nicht, dass wir dieses Sommerwetter jetzt nicht mehr mitnehmen können“, erklärt der Vorsitzende Klaus Meyer.

Aber zu dem Zeitpunkt, als die Entscheidung gefallen sei, das Waldbad vorzeitig zu schließen, sei das richtig gewesen. Für die Kinder ärgere es ihn am meisten. „Ich würde es ihnen von Herzen gönnen, wenn sie sich nach der Schule hier jetzt noch mal richtig austoben könnten“, betont Meyer. Der Nachwuchs sei auch hart im Nehmen, was die Wassertemperaturen angeht. „Nachts kühlt es doch arg runter, sodass wir tagsüber aktuell nur bei 16 Grad im Wasser liegen.“

Mehrere hannoversche Bäder nehmen den Sommer-Endspurt dagegen dankend mit. Das Ricklinger Freibad etwa kann dank der Mehr-Gäste eine dramatisch schlechte Saison abfedern. Auch das Kleefelder Bad erreicht so das Niveau des Vorjahres.



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