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Fotograf Tschiponnique Skupin bereitet Kalender vor

ELDAGSEN. Der Mensch als Maschine, Feuer trifft auf Metall – darum geht es in einer neuen Bildkomposition von Tschiponnique Skupin. Der Fotograf aus Eldagsen hat nun in der Schmiede von Carl-Heinz Brütt ein Fotoshooting veranstaltet, bei dem ein unbekleidetes Model durch Körperfarben zum Roboter wurde.

Dieses Foto-Projekt ist nichts für schwache Blasen: Model Sarah Specker muss sich vier Stunden gedulden, bis sie von Künstler Enrico Lein mit Körperfarbe in einen Roboter verwandelt ist. . Foto: Ackermann
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Juliet Ackermann Volontärin zur Autorenseite

Auf einem Foto hält die Roboter-Figur, in blaues Licht gehüllt, scheinbar einen abgetrennten Metall-Arm von sich. Neben ihr, im warmen Feuerschein, hält ein Schmied ein in der Glut erhitztes Eisen bereit, um den Arm wieder zu montieren.

Die retro-futuristische Szene, in der ein Mensch einen Roboter herstellt, ist angelehnt an den Stummfilm-Klassiker „Metropolis“ von Fritz Lang, der 1927 das erste Mal öffentlich gezeigt wurde. Mit seinem Foto greift Skupin die Filmthematik auf und erschafft zugleich was ganz Neues: „Wir versuchen, dass jedes Bild eine Geschichte erzählt und erstellen hierfür eine Szene.“

Dafür muss alles stimmen: Bei seinen Projekten braucht der Fotograf tatkräftige Unterstützung, denn allein lassen sich seine Fotoshootings nicht realisieren. Bei den Gemeinschaftsprojekten arbeitet Skupin seit rund einem Jahr mit dem Künstler Enrico Lein zusammen. Der Bodypainter aus Berlin sprüht den Models in kleinteiliger Arbeit abwaschbare Farbe auf die Haut. Mit der Airbrush-Technik gelingen ihm feine Schattierungen und Lichtreflexe, die die Haut von Modell Sarah Specker metallisch wirken lassen. Zudem fertigt Lein individuelle Latexteile an. Fest steht: „Manche Sachen brauchen viel Vorbereitung.“

Beim Fotoshooting mit Schlosser Carl-Heinz Brütt in Eldagsen ist das Team rund zwei Stunden im Einsatz. Foto: Skupin

Mit im Team sind auch die Fotoassistenten Maria und Paul Skupin. Nicht zuletzt braucht es stets Models, die nicht nur viel Geduld, sondern auch starke Blasen haben: Stolze drei bis fünf Stunden braucht es, um einen Menschen in ein lebendes Kunstwerk zu verwandeln. Rund zwei Stunden dauert das Fotoshooting, bei dem die Lichtsituation, Farbgebung und Positionierung der Personen immer wieder angepasst werden.

Tschiponnique Skupin ist mittlerweile Profi auf seinem Gebiet: Seit zehn Jahren inszeniert er Bodypainting-Models im Raum oder in der freien Natur. Seit fünf Jahren gibt er mit solchen Motiven Jahreskalender heraus. „Manchmal gehen wir von einer Location aus“, dann holt sich Skupin mit seinem Team seine Bildinspirationen von Orten – meistens im Umkreis von Springe, Bad Münder und Hameln. Aus der Grundidee entwickelt sich dann der Rest.

Für den gelernten Fotographen und Inhaber einer Presseagentur sei der Wandkalender eine Leidenschaft, „es macht total Spaß“, erklärt er. „Der Kalender ist ein Ding, das sich selbst trägt.“ Zwar sei der Druck teuer, doch finde sich auch eine Liebhaberschaft für diese spezielle Kunstform.

Die Kalender-Motive sammelt der Fotograf über das ganze Jahr. 15 von 18 Motiven für 2019 liegen bereits vor. „Von den Fotos werden am Ende 13 ausgewählt, die im August in Druck gehen.“ Das Endergebnis: zwischen 200 und 500 Exemplare des Wandkalenders „Farbkörper. Bodypainting-Facetten“ im DIN-A2- Querformat.

Der Farbkörper-Kalender bietet laut Skupin Naturmotive, Szenen aus der Arbeitswelt und künstlerische Studiofotos, genauso wie Science-Fiction- und Fantasy-Motive für Freunde der Popkultur. Auf diese Weise soll die Vielseitigkeit der Bodypainting-Fotografie aufgezeigt werden.

In den vergangenen Jahren hatte Skupin mit dem Bodypainting-Künstler Jörg Düsterwald an Serien zu Berufsbildern, Tür- und Tormotiven sowie von Naturaufnahmen gearbeitet, in denen Bodypainting-Models versteckt waren.

Jetzt ist „Geek Art“ dran, ein Stil, zu dem auch das Metropolis-Motiv in der Schlosserei Brütt in Eldagsen gehört. Für diese Richtung können Lein und Skupin sich besonders begeistern. Es handelt sich um eine Pop-Kultur-Mischung aus
Science Fiction, Comic und Film – „das wollte ich immer schon mal machen“, so der selbst ernannte Filmfreak Skupin. Die Stückzahl seines neuen Kalenders hat er zurückhaltender geplant, möchte zunächst Reaktionen abwarten: „Wenn Geek Art gut ankommt, werden wir uns weiter darauf spezialisieren.“ Bis der Kalender im August in den Druck geht, plant das Bodypainting-Team noch drei weitere Motive umzusetzen und zu inszenieren.

Ziel der Projekte sei es, die Vielseitigkeit der Körperkunst Bodypainting zu zeigen. Mit dem Kollegen Düsterwald schuf Skupin Werke, in denen die Models Teil einer Gesamtszene sind oder mit dem Motiv farblich verschmelzen, sodass sie erst auf den zweiten Blick erkennbar werden. Die Fotos sind in freier Natur, in ausgeleuchteten Studiokulissen oder authentischen Locations entstanden, wo die Wirkung der lebenden Kunstwerke verstärkt wird.

Mit Künstler Enrico Lein hat sich die Komponente Körperkunst um eine weitere Facette erweitert: Unter der Verwendung von selbst hergestellten Latexapplikationen werden Models in
Science-Fiction-Ikonen, Superhelden, Fabelwesen oder Geschöpfe der Finsternis verwandelt, bevor sie von Skupin fotografisch in Szene gesetzt werden.

Im September erscheint der Wandkalender 2019 „Farbkörper: Bodypainting-Facetten“ zum Preis von 26,95 Euro – er wird unter anderem im „Oelhus“ in Eldagsen erhältlich sein.



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