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Firmen retten, statt die Rente genießen

Völksen. Die Welt bereisen, den Garten umgraben, Briefmarken sammeln – für einige heimische Unternehmer sind diese typischen Ruhestands-Aktivitäten nicht genug. Sie arbeiten einfach weiter und stellen in einer Genossenschaft als Unternehmensberater ihre jahrzehntelange Berufserfahrung zur Verfügung. Mehr noch: Der Erlös geht an den guten Zweck.

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Der Völksener Uwe Schur ist relativ neu in dem Netzwerk, das als „Management Senior Service“ (MSS) agiert. „Es erfüllt mich, auf diese Weise mit meiner Erfahrung helfen zu können“, sagt er geradeheraus. Der 66-Jährige hat vor gut zwei Jahren seine eigene Bautechnikfirma in Wennigsen-Sorsum aufgegeben. Seine Ehefrau unterstützt ihn jetzt dabei, beruflich aktiv zu bleiben: „Sie hat damit kein Problem“, sagt Schur.

Neben ihm sitzt Wilfried Harting. Der 70-Jährige ist schon jahrelang als Berater aktiv; er war früher unter anderem in der chemischen Industrie, im Maschinenbau aber auch für Autozulieferer tätig. Dass „Management Senior Service“ jetzt auch in Springe bekannter werden will – einen Antrittsbesuch bei Bürgermeister Jörg-Roger Hische haben die Senioren schon absolviert – ist für den Wennigser Harting eine Herzens- und Heimatangelegenheit: Er hat selbst familiäre Wurzeln in Bennigsen.

Wer die Beratung der fachkundigen Rentner in Anspruch nimmt, der hat mitunter bereits große Probleme in seinem Betrieb. Nicht immer falle es den Verantwortlichen deshalb leicht, zum Hörer zu greifen und Hilfe zu suchen: „Manche kommen auch zu spät“, bedauert Harting. Doch wo die zahlreichen MSS-Experten aus ganz Niedersachsen mit ihrem Fachwissen helfen können, da unterstützen sie kleine und mittelständische Betriebe. Auch, wenn die keine akute Krise, sondern Nachwuchs- oder Innovationssorgen haben.

Dabei sehen sie sich ausdrücklich nicht als knallharte Sparer oder Reform-Aufdrücker von außen. „Wir sind Mentoren“, sagt Schur. Es gehe darum, das Unternehmen zu begleiten, zu fördern. Angeschlossen hat sich die Genossenschaft der Initiative „Offensive Mittelstand“ des Bundesarbeitsministeriums – und bildet dort den Ansprechpartner für die Region Hannover-Braunschweig-Kassel.

Mit Interesse verfolgen Schur und Harting die Diskussion um das Springer Krankenhaus und dessen Nachnutzung: Im MSS-Team ist mit Jochen Beyes ein Fachmann vertreten, der gerade erst maßgeblich an der Rettung des insolventen Einbecker Krankenhauses und an dessen Fortführung als Bürgerspital mit Geldern von Mitarbeitern und Privatleuten beteiligt war.

Reich werden wollen die Berater mit ihrem eigenen Angebot nicht: Sie spenden immer wieder Teile des Gewinns an soziale und kulturelle Zwecke, etwa an den Verein für krebskranke Kinder Hannover oder an Projekte zur Unterstützung Obdachloser.zett

Unternehmensberater aus Leidenschaft:

Wilfried Harting (links) und Uwe Schnur.

Zett



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