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Feuerwehr-Neubau doch am Festplatz?

Bennigsen. Der Weggang des Landmaschinenhandels LVB aus Bennigsen wirkt sich nun offenbar doch auf die Umzugspläne der Feuerwehr aus: Die Brandschützer sollen nicht mehr in die alten LVB-Hallen wechseln, sondern stattdessen auf dem Festplatz neu bauen – eine Kehrtwende.

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Politiker und Stadtverwaltung ärgern sich nach Informationen dieser Zeitung so sehr über den plötzlichen LVB-Rückzug, dass sie den bereits geschlossenen Kaufvertrag mit dem Unternehmen rückabwickeln wollen. Man habe sich viel Zeit für die Gespräche mit dem Unternehmen genommen, sei der Firma immer wieder entgegengekommen und fühle sich jetzt veräppelt. „Wir haben der LVB den roten Teppich ausgerollt, immer unter dem Mantel der Wirtschaftsförderung. Und dann kommt am Ende das heraus“, ärgert sich ein Ratsherr.

Um den expandierenden Landmaschinenhandel (60 Mitarbeiter an bislang vier Standorten) in Bennigsen halten zu können und ihm einen Neubau zu ermöglichen, hatte die Stadt folgenden Deal vorgeschlagen: Die Firma sollte an ihrem Sitz in der Horstfeldstraße ein benachbartes, städtisches Grundstück bekommen – zu einem Sonderpreis. Im Gegenzug könnte die Feuerwehr in die dann frei werdenden LVB-Hallen einziehen und sie für ihren Bedarf umbauen. Kalkulierte Kosten: 1,1 Millionen Euro.

Die Feuerwehr drängt seit Jahren auf einen Umzug. Das bisherige Gebäude liegt zwar zentral, ist aber zu klein: Die Ehrenamtlichen müssen unter anderem mit einem 29 Jahre alten Löschwagen ausrücken, weil das Nachfolgemodell nicht in die Garage passt.

Bei der Standortsuche hatten die Brandschützer anfangs den Festplatz favorisiert, der seit Lärm-Beschwerden nicht mehr für große Feiern genutzt werden kann. Der Platz liegt wenige hundert Meter vom bisherigen Feuerwehrhaus entfernt. Weil die Erschließung des dortigen Geländes zeitintensiv sein könnte, suchte der damalige Baudezernent Hermann Aden nach Alternativen und warb schließlich für den Umzug an den Ortsrand. Die Brandschützer stimmten zu.

Ob die Stadt tatsächlich vom Kaufvertrag mit der LVB zurücktreten kann, ist unklar. „Wir prüfen das derzeit“, sagt Bürgermeister Jörg-Roger Hische. Ortsbürgermeister Volker Gniesmer bedauert den LVB-Weggang, gehört aber zu den Verfechtern des Feuerwehr-Neubaus auf dem Festplatz: „Ein Gebäudeumbau birgt immer finanzielle Risiken. Und unsere Kinder und Jugendlichen können einen zentralen Platz besser erreichen.“ mari

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