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Zwei Wagen der Eldagser Brandschützer springen nicht mehr verlässlich an / Ellermann fordert Ersatz

Feuerwehr schiebt Fahrzeuge zum Einsatz

Eldagsen (mari). Wenn es ein Witz wäre, wäre es kein schlechter. Frage: Warum müssen in jedem Fahrzeug der Feuerwehr Eldagsen neun Mann sitzen? Antwort: Einer lenkt und acht werden zum Schieben benötigt... Tatsächlich hat die Ortswehr zwei Autos, die regelmäßig Start-Schwierigkeiten haben. „Zum Glück haben wir vorm Gerätehaus Gefälle“, kommentiert Ortsbrandmeister Hartmut Ellermann trocken.

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Ellermann nutzte die Hauptversammlung der Wehr für einen dringenden Appell: An der Ausstattung der Einsatzkräfte dürfe auf keinen Fall gespart werden. Im Gegenteil. So warten 20 Feuerwehrleute aus Eldagsen auf spezielle Überjacken. Ohne diese Schutzkleidung sind sie nicht einsatzfähig. Ellermann weiß allerdings auch: Jede Jacke kostet 250 Euro, und die Stadt ist klamm.

Der 25 Jahre alte „Gerätewagen Gefahrgut“ ist mit seinen 90 PS viel zu schwach und bleibt immer wieder liegen. Auch der Mannschaftstransportwagen ist so alt, dass er regelmäßig angeschoben werden muss. Als ob das nicht schon genug Probleme wären, muckt der Stromerzeuger nach 28 Jahren: Beim Abpumpen vollgelaufener Keller etwa müssten die Kameraden immer wieder Pausen einlegen, weil das Gerät ausfalle. „Machen Sie das mal einem Bürger klar, der gerade Hilfe braucht“, sagt Ellermann mit hängenden Schultern.

Sorgen bereitet dem Chef auch, dass für die Einsätze mitten am Tag immer weniger Kameraden zur Verfügung stehen. Ellermann ist deshalb ein großer Verfechter eines einheitlichen Ausbildungskonzeptes für alle Brandschützer im Stadtgebiet. Das Ziel: Helfer, die von umliegenden Feuerwehren dazugerufen werden, sollen nicht erst eingewiesen werden müssen, sondern sofort die Arbeit aufnehmen können. Ellermann sieht das Konzept auf einem guten Weg.

Julian Rathe ist Eldagsens „Feuerwehrmann des Jahres“. Der 25-Jährige erhält die Trophäe, weil er den Lehrgang „Führungskräfte Jugendfeuerwehr“ mit Bestnote abgeschlossen hat. Rathe war der Applaus der 115 Anwesenden bei der Hauptversammlung der Ortsfeuerwehr am Sonnabend im „Ratskeller“ sicher. Erstaunt nahmen die Gäste auch den Ausbildungseifer der Eldagser zur Kenntnis: Die Aktiven trainierten 1866 Stunden, die Jugendlichen 890 Stunden. Jeder Betreuer der Kinderfeuerwehr setzte sich 215 Stunden ein.

Der Musikzug absolvierte 34 Auftritte. Leiterin Eva Othmer hatte dennoch eine schlechte Nachricht: Weil die Ausbildungskosten immens gestiegen seien, könne das Orchester bei den sechs Laternenumzügen im Herbst (zwei in Eldagsen, jeweils einer Alferde, Mittelrode, Boitzum und Holtensen) nicht mehr kostenlos mitmarschieren.

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