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Im Wisentgehege sind auch in der kalten Jahreszeit viele Tiere aktiv /Mitarbeiter haben mehr zu tun

Fettreserven und Winterschlaf im Kühlschrank

Alvesrode. Viele Tiere im Wisentgehege laufen bei der extremen Witterung auf Sparflamme. Einige halten ihren verdienten Winterschlaf, andere jedoch stören sich überhaupt nicht an der dicken Schneemasse. Sie sind zwar etwas träger – Fressen und kleine Spielereien sind aber natürlich noch drin. Die Mitarbeiter des Tierparks haben es da zum Teil schon schwerer: Auf sie wartet jede Menge Arbeit. So müssen sie etwa zugefrorene Tränken und Futterplätze enteisen oder sie beobachten die Vogelnetze ganz genau auf deren Stabilität. Auch die Fortbewegung der Mitarbeiter im Gehege, die eigentlich mit dem Fahrrad erfolgt, muss auf andere Weise geschehen.

Gut isoliert: Wisente geben kaum Körperwärme ab. Deshalb haben s

Autor:

Jennifer Minke

Die Tiere, die der Besucher zu sehen bekommt, machen jedenfalls einen äußerst entspannten und zufriedenen Eindruck. Den Wildschweinen macht das Wetter beispielsweise überhaupt nichts aus, sagt Gehegeleiter Thomas Hennig. Sie sind gerade in der Rauschzeit – die Paarungszeit der Wildschweine. Auch die Fischotter scheinen mit dem Schnee ihren besonderen Spaß zu haben. Vor allem die Fortbewegung ist amüsant: Max und Moritz nehmen ordentlich Anlauf und rutschen dann elegant, wie ein lebender Bobschlitten, durch den Schnee. Das Fischefangen im natürlichen Teich geht noch, solange die Wasserfläche nicht komplett zugefroren ist. Die Fischotter sind sogar in der Lage, Enten im Wasser erfolgreich zu jagen. Von unten ziehen sie die gefiederten Tiere nach unten, erzählt Hennig.

Die Wisente und Braunbären sind bei der klirrenden Kälte etwas träger als sonst. „Das ist ganz normal“, sagt Hennig. Die Körperfunktionen fahren wegen der Nahrungsknappheit, die im Winter in freier Wildbahn herrscht, herunter. Die Bären haben sich ordentlich Winterspeck angefressen. Die meiste Zeit verbringen Karla und Siegfried im Stall, aber zum Fressen kommen sie nach draußen und stiften dann unter den Wölfen Unruhe. Die Braunbären sind nämlich eindeutig die Chefs im Gehege. „Die Wölfe haben es gegen die massigen Bären ein wenig schwer“, erklärt Thomas Hennig. Komplett von der Bildfläche verschwinden die griechischen Landschildkröten im Winter. Die befinden sich gerade bei vier Grad im Kühlschrank, berichtet Hennig. Die Auszeit sei für die Tiere sehr wichtig. Viele privaten Halter wüssten das gar nicht. Gut tarnen können sich die Wisente im Schnee. Da die großen Tiere kaum Körperwärme verlieren, sind sie teilweise richtig dick eingeschneit. So ein kräftiger Winter gefällt den Wisenten deutlich besser als Matschwetter. Für Thomas Hennig sind die extremen Winterbedingungen nicht immer leicht. Beheizbare Tränken sind etwa unerlässlich. Die Kosten steigen in der kalten Jahreszeit also durchaus an. Besonderes Augenmerk legen die Mitarbeiter des Tierparks auf die Vogelanlage, die mit einem 5000 Quadratmeter großen Netz überzogen ist. Im Jahr 2004 war dieses eingestürzt. Vor allem der Eisregen am 30. Dezember hatte Hennig Sorge bereitet. Das Eis kann im schlimmsten Fall die Löcher verschließen, sodass der Schnee auf dem Netz liegen bleiben könnte. Das berge die Gefahr, dass die Masse das komplette Vogelgehege zum Einstürzen bringen könnte. Zum Glück sei in diesem Winter bisher alles gutgegangen, so Hennig zufrieden. Der Tierbestand ist im Winter genauso groß wie im Sommer, erklärt der Gehegeleiter. Etwa 450 Tiere und 100 verschiedene Tierarten sind in Alvesrode auch in der kalten Jahreszeit zu sehen.

Waschbär Ernie ist auch bei Kälte sehr neugierig und streckt sei
  • Waschbär Ernie ist auch bei Kälte sehr neugierig und streckt sein Näschen Richtung Besucher. Foto: jemi
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