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Fernwärme: Springe – die Großbaustelle

SPRINGE. Die Kernstadt bleibt eine Großbaustelle: Nachdem im vergangenen Jahr das erste Fernwärme-Teilstück das Zentrum lahmgelegt hat, folgen jetzt gleich vier Bauabschnitte. Wer nördlich der Bahngleise wohnt, sollte in den kommenden Monaten gute Nerven haben.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Wir stemmen hier ein Klimaschutzprojekt, das deutschlandweit Vorbildcharakter hat“, wirbt Projektleiter Thomas Ogsoka von den Stadtwerken um Verständnis. Für die Trasse, die regenerativ erzeugte Wärme in die Häuser bringen soll, müssen die Rohre quer durch die Stadt gelegt werden. Das Mittelstück der Fünfhausenstraße wurde im vergangenen Jahr ausgestattet. Die Arbeiten in der Ellernstraße laufen vermutlich noch bis Mitte April. Die Rosenstraße soll Anfang Mai wieder freigegeben werden.

Bereits ab Mitte März soll es oberhalb der Bahn weitergehen – und dann müssen Kilometer statt Meter geschafft werden. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen werden die Fahrbahnen – anders als bei den Großbaustellen im vergangenen Jahr - nicht komplett erneuert. Die Stadtwerke werden lediglich einen 1,20 bis 2,20 Meter breiten Graben in den Asphalt reißen, ihre Leitung einziehen und die Fahrbahn schließen. Auch dafür seien aber fast immer Vollsperrungen erforderlich, sagt Ogsoka. Die Wanderbaustellen sollen so geschickt geplant werden, dass Anlieger immer auf ihre Grundstücke kommen.

Der Startschuss für die zweite Runde fällt laut Plan in knapp einem Monat an der Kreuzung Leipziger Straße/Am Kalkwerk: Bis zu den Osterferien sollen sich die Bauarbeiter bis zur Einmündung der Dresdener Straße vorbuddeln. Ebenfalls in den Osterferien wird die Kreuzung Am Kalkwerk/Bernauer Straße (Grundschule am Ebersberg) lahmgelegt. „So einen Knotenpunkt müssen wir uns in der schulfreien Zeit vornehmen, weil dann weniger Busse fahren“, erklärt Ogsoka. „Wir bemühen uns sehr, den Verkehrsfluss möglichst wenig einzuschränken.“ Ebenfalls während der Ferien soll die Bernauer Straße aufgestemmt werden.

Knackpunkte sind der Lidl und der Hol-ab-Getränkemarkt

Anschließend geht es Am Kalkwerk weiter. Bis dahin müsse die Achse Ellern- und Rosenstraße unbedingt freigegeben sein, so Ogsoka. Knackpunkte sind der Lidl und der Hol-ab-Getränkemarkt. Sie sollen während der 13-wöchigen Bauzeit (also vermutlich bis Ende Juli) immer von einer Seite aus erreichbar sein. Anfangs hatten die Stadtwerke gehofft, mit halbseitigen Straßensperrungen auszukommen. Mittlerweile steht fest: Damit ausreichend Platz für die Baumaschinen und das Material ist, darf nur der Anliegerverkehr rollen. Für Fußgänger werde immer ein Gehweg nutzbar sein, auch Radfahrern verspricht Ogsoka freie Fahrt, wenn sie rücksichtsvoll sind.

Für die Dresdener Straße sind ab Ende April zehn Wochen vorgesehen. In den Sommerferien ist dann das Teilstück Adolf-Reichwein-Straße bis zum Schulzentrum Nord an der Reihe. In der Berliner Straße haben die Bagger nur wenige Meter vor sich: von der Einmündung der Bernauer bis zur Einmündung der Brandenburger Straße. Sechs Wochen ab Ende September werden dafür voraussichtlich vergehen. Dann wird das Tempo gedrosselt, es gibt eine Großbaustelle: Die Brandenburger Straße wird bis zum Spreeweg runderneuert. Sie fällt für ein halbes Jahr für den Durchgangsverkehr weg – bis zum Frühjahr 2020.

Sanierung der unteren Rathenaustraße

Die Fernwärme-Verlegung nutzt die Stadt, um die untere Rathenaustraße zu sanieren. Beginn ist hier ebenfalls schon in gut einem Monat. Über den Sommer müssen die Rohre auch in die Industriestraße gebracht werden. Auf genaue Zeiten will sich Ogsoka für diesen Projektabschnitt aber nicht festlegen: „Das ist noch ein Knackpunkt.“ Damit die Belastungen für die Straßennutzer und die Baufirmen erträglich sind, wolle man flexibel sein und Lücken nutzen. Betroffen ist die Industriestraße von der Rathenaustraße bis zur Kreuzung Fünfhausenstraße/Jägerallee.

Komplett im Boden ist die Fernwärme-Trasse damit allerdings noch nicht. Ebenfalls ab März wird das mittlere Teilstück der Harmsmühlenstraße saniert und mit den Leitungen ausgestattet. Und im kommenden Jahr muss der Lückenschluss von der Fünfhausenstraße über die Burg- und die Schul- zur Harmsmühlenstraße gelingen. „Definitiv ein großer Bereich“, weiß Ogsoka. Die betroffenen Anwohner im Norden sollen Anfang März bei einer Anliegerversammlung über die bevorstehenden Einschränkungen informiert werden. Der Termin wird derzeit abgestimmt.

Nach dem Ortsrat entschied am Mittwochabend auch der Bauausschuss: Rathenaustraße und Brandenburger Straße werden nur in kleinen Varianten ausgebaut. Die Anliegerbeiträge sinken um gut 156 000 Euro.

Fernwärmenetz Karte Springe 2019

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