weather-image
13°
Liberaler Regionschef glaubt nicht, dass in Springe noch lange operiert wird

FDP: Krankenhaus nicht zu halten

Springe. Diese Einschätzung dürfte viele Mitarbeiter schocken: Die Regions-FDP geht davon aus, dass das Springer Krankenhaus in seiner heutigen Form keine Zukunft hat. Die Klinik sei zu klein, um auf Dauer mehr als eine Grundversorgung anbieten zu können, sagt Bernhard Klockow, Chef der Liberalen innerhalb der Regionsversammlung.

270_008_6726624_prio_krankenhaus_symbolbild_2.jpg

Autor:

Marc Fügmann

„Am Ende“, so seine Prognose, „dürfte es auf eine Portalklinik oder ein Medizinisches Versorgungszentrum hinauslaufen.“ Wenn das angeschlagene Klinikum Hannover finanziell wieder auf einen grünen Zweig kommen wolle, komme man nicht umhin, Stationen und operative Leistungen zusammenzulegen. Das werde mit der Reduzierung der Bettenzahl einhergehen, ist sich Klockow sicher.

Dass die Krankenhäuser Gehrden und Springe schon jetzt in weiten Teilen kooperieren, sei zwar im Grundsatz richtig, reiche aber nicht aus, um wirtschaftlich zu arbeiten. Dass mittelfristig in Springe noch Operationssäle vorgehalten werden, hält der FDP-Politiker für unwahrscheinlich. Anstatt Fachpersonal zwischen den Standorten hin- und herzufahren, sei es sinnvoller, die Patienten in die andere Klinik zu bringen. „Ich bin mir sicher, dass es zu weiteren Konzentrationen dieser Art kommen wird“, sagt Klockow gegenüber der Neuen Deister-Zeitung.

Er macht keinen Hehl daraus, dass seine Fraktion einem solchen Kurs nicht im Wege stehen würde. Wenn nur so das Management die notwendige Kehrtwende herbeiführen könne, müsse dies akzeptiert werden.

Die jetzige Situation sei jedenfalls nicht mehr länger hinnehmbar. Die Region pumpe abermals einen hohen Millionenbetrag ins Unternehmen, weil das Klinikum es auch Jahre nach seiner Gründung nicht geschafft habe, schwarze Zahlen zu schreiben.

Recht unverblümt wirft Klockow der Geschäftsführung Versagen vor. Die Konsolidierungsbemühungen seien bislang nicht mehr als Lippenbekenntnisse. „Uns Politikern ist bislang nichts Konkretes vorgelegt worden. Das ist eine sehr schwache Vorstellung und alles ziemlich nebulös. Die Leistung des Managements“, steht für Klockow fest, „ist nicht besonders vertrauenswürdig.“

Ein Klinikkonzern dieser Größenordnung müsse in der Lage sein, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld auszukommen. „Es kann nicht sein, dass die Gesellschafter ständig nachschießen müssen“ so der Politiker.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare