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VHS: Bedarf in Springe momentan hoch

Fast jeder dritte „Ein-Euro-Job“ wird gestrichen

Springe. Sie helfen in Vereinen, bei der Stadt, in Schulen oder beim Kinderschutzbund: Sogenannte „Ein-Euro-Jobber“ sind in Springe allgegenwärtig – und für ihre Dienststellen oft unabdingbar geworden. Doch ab 1. Dezember werden sich einige Einrichtungen und Behörden strecken müssen – denn von den zuletzt nur noch 34 Stellen im gesamten Stadtgebiet werden noch einmal zehn gestrichen. Das teilte die für die Koordination zuständige Volkshochschule Calenberger Land auf Anfrage mit.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die Streichung der Jobs habe die Bewilligungsstelle des Jobcenters Region Hannover veranlasst, so VHS-Chefin Frauke Voskuhl. Im gesamten Regionsgebiet seien die verfügbaren Arbeitsgelegenheiten um 27 Prozent gekürzt worden. „In der Vergangenheit waren nicht immer alle diese Stellen besetzt, weil es nicht genügend Interessenten gab“, erläuterte Voskuhl. Doch gerade aktuell könne man die wegfallenden zehn Stellen in Springe gut gebrauchen – und sogar noch zusätzliche Hartz-IV-Empfänger einstellen. Wie sich genau die Streichung der Stellen auf welche Einrichtungen auswirkt, steht laut Voskuhl bislang noch nicht fest. Man wolle jedoch versuchen, so umzuverteilen, „dass niemand zu kurz kommt“, versicherte die VHS-Geschäftsführerin.

Bei der Stadt Springe ist Sozialfachdienst-Leiter Karl-Hermann Heinze zuständig für die Koordination der Jobber. Er will erst einmal abwarten, wie sich genau die Kürzungen auf sein Kontingent auswirken – und dann reagieren. Momentan beschäftigt allein die Stadt nach Heinzes Angaben 25 der 34 Maßnahmen-Teilnehmer. Neun von ihnen arbeiten als Hausmeister in Schulen und im Rathaus, fünf in Schulcafeterien, weitere im städtischen Möbellager, im Museum und beim Stadtforst.

Für Voskuhl sind die Tätigkeiten nicht einfach nur ein Zuverdienst zu den Hartz-IV-Leistungen – sie wehrt sich gar gegen den Begriff „Ein-Euro-Jobs“: „Das klingt sehr abwertend.“ Offiziell wird die Maßnahme als „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ bezeichnet (siehe Info-Kasten). „Wir bieten auch Möglichkeiten für Leute, sich auf unsere Kosten weiterzuqualifizieren“, betont Voskuhl. Sie berichtet vom Fall einer jungen Frau, die nach einem abgeschlossenen Magisterstudium als Hartz-IV-Empfängerin an einer Schule arbeitete und dort inzwischen einen kleinen Lehrauftrag habe.



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