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Alkoholkranke Frau schlägt ihren Mann mit Hundeleine und beißt ihn in die Hand

Familiendrama vor Gericht

Springe. Es war ein Hilferuf. Es war nicht der erste. Wieder hat sie ihn geschlagen, wieder war sie alkoholisiert. Und wieder war er es, der die Unterstützung sucht, nicht sie. Das Ehedrama eines Springer Paares war gestern zum zweiten Mal Gegenstand einer öffentlichen Gerichtsverhandlung. Es fehlte nicht viel, dann wäre die 72-Jährige ohne Bewährung ins Gefängnis gewandert.

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Autor:

Markus Richter

Obwohl das nicht nur der Staatsanwalt gefordert hatte und auch der Anwalt keine Argumente nannte, um seiner Mandantin eine positive Sozialprognose zu stellen, gab es ein anderes Urteil. Richter Felix Muntschick beließ es bei einer Geldstrafe von 2400 Euro, aber auch nur deshalb, weil der Mann der Angeklagten kein Interesse an einer Strafverfolgung suchte. Vielmehr war es eine verzweifelte Handlung, aus der der 78-Jährige seine 72-jährige Frau angezeigt hatte. In der Vorweihnachtszeit hatte die ihm ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sodass er einen Bluterguss am Auge erlitt. Im Frühjahr dann kam es an einem Tag gleich zu zwei Straftaten in den eigenen vier Räumen. Das Rentnerpaar hatte sich gestritten, weil sie wieder getrunken hatte. Dann griff sie nach der Hundeleine und schlug auf ihn ein. Die Seniorin wurde in Polizeigewahrsam genommen, nachmittags durfte sie wieder nach Hause. Es folgte die nächste heftige Auseinandersetzung. Dieses Mal schlug sie noch härter mit der Leine zu, ein 15 Zentimeter langer, roter Streifen auf dem Rücken zeugten von der Misshandlung. Rot war auch die Hand des Mannes, nachdem seine Frau dort hineingebissen hatte. Bei der letzten Verhandlung am Amtsgericht ging es darum, dass sie mit einer Plastikdose nach ihm geworfen und ihn am Kopf verletzt hatte.

Die beiden sind 49 Jahre verheiratet. Nur aus Dankbarkeit für gute Jahre wohnt er noch mit ihr zusammen, eine Trennung fällt ihm nicht leicht. „Sie war einst eine tolle Frau.“ Die Seniorin ist heute stark alkoholabhängig, einschlägig vorbestraft, Kinder und Enkel haben sich abgewendet. „Wäre unser Verhältnis besser, würde ich auch weniger zur Flasche greifen“, sagt sie. Der Richter empfahl eine Therapie: „Sie müssen dringend etwas ändern.“



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