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Fahrstuhl-Ärger an der Wolfstalstraße in Springe

Das Haus ist hoch – für Springer Verhältnisse zumindest: In der Wolfstalstraße 12 sind auf sieben Stockwerken 40 Wohnungen verteilt. Ein Fahrstuhl existiert dort schon immer. Jetzt wurde er ausgetauscht – doch nicht alles lief wie geplant: Wochenlang mussten die Bewohner auf den Aufzug verzichten.

Rüdiger Lücke ärgert sich: Wochenlang waren er und weitere Hausbewohner ohne Aufzug. FOTO: ACKERMANN
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Juliet Ackermann Volontärin zur Autorenseite

Das Haus ist Teil einer dreiteiligen Wohnhausanlage, die einer Wohnungseigentümergemeinschaft angehört. Die Gemeinschaft hatte den Fahrstuhlwechsel für alle drei Häuser beschlossen, den Anfang machte Hausnummer 12. Swen Oldeweme von der Firma „Haus- und Grundeigentum Hannover“, die das Hochhaus verwaltet, sagt, dass die Erneuerung der drei Aufzugsanlagen aufgrund von Alter und Vandalismus notwendig geworden sei. „Erst bei einem Totalausfall aktiv zu werden, wäre unverantwortlich gewesen, da mit monatelangen Ausfällen zu rechnen wäre.“

Während die Tüv-Süd-Tochter Advimo mit der Planung, Betreuung und Überwachung beauftragt worden war, lieferte und installierte Thyssen-Krupp den Fahrstuhl. Alle Arbeiten waren zum 17. August abgeschlossen (zwei Wochen später als geplant) – doch in Betrieb genommen werden konnte der Fahrstuhl nicht. Grund hierfür war nach Angaben von Miteigentümer Rüdiger Lücke die nach dem Einbau vorgeschriebene Abnahme durch den Tüv Nord. Eine Sprecherin des Tüv verweist auf Anfrage auf die Vertraulichkeitsvereinbarung mit ihren Kunden, weshalb sie zu diesem Fall keine Stellung nehmen könne.

Beim Tüv Süd wird man deutlicher: Die Ausführung des Baus durch die Aufzugsfirma habe sich verzögert – unter den Strich hatten die Bewohner zwischen dem 25. Juni und dem 12. September keinen Aufzug. Man habe, so ein Sprecher, die Ausführung zwar angemahnt: Ein Wechsel hätte aber „zu weiteren Verzögerungen und einem noch längeren Ausfall geführt“. Man bedauere die Unannehmlichkeiten – und prüfe weitergehende Ansprüche gegenüber der Aufzugsfirma.

Der 83-jährige Lücke hatte sich in der angekündigten Zeit ohne Fahrstuhl an einem anderen Ort einquartiert – nur um zu merken, dass die Frist deutlich überzogen war. Ihm blieb nur übrig, die sechs Stockwerke zu seiner Wohnung zu Fuß zu erklimmen. Andere Hausbewohner hätten ihre Wohnung kaum verlassen können. Lücke rief in seinem Ärger sogar die Polizei, die ihm jedoch nicht weiterhelfen konnte. Unterstützung erfuhr er dagegen durch die städtische Seniorenbeauftragte Ingrid Böttger, die sich für die Bewohner einsetzte: „Die hat richtig Dampf gemacht“, sagt Lücke. Seit einigen Tagen ist der der Fahrstuhl in der Wolfstalstraße 12 nun wieder in Betrieb – und wie, freut sich Lücke: „Man spürt weder das Anfahren noch das Bremsen.“jack/zett

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