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Eziden feiern in Springe das Îda-Êzî-Fest

SPRINGE. Wenn Hozan Jenedi auftritt, ist Stimmung in der Bude. So auch jetzt im Kulturheim an der Haller. Singend und tanzend begingen die Eziden eines ihrer höchsten Feiertage, das Îda-Êzî-Fest, ein Fest zu Ehren Gottes.

Ratcib Spelo (v.l.), Deilan Waslu, Herbert Mensing, Christian Springfeld mit Sohn Anton, Enver Ayhan, Nader Othman und Sinan Ayhan (vorne) feiern im Kulturheim zusammen. FOTO: KRAUSE

Autor:

Reinhold Krause

Bereits zum zweiten Mal trafen sich Mitglieder der ezidischen Glaubensgemeinde aus Springe und den Ortsteilen, um dieses Fest gemeinsam zu feiern. Initiator und größter Sponsor dieser Feierlichkeit ist der Springer Apotheker Deilan Waslu. Ihm zur Seite stehen seine Landsleute wie Nader Othman, Gemeindevorsteher der Eziden in Springe, aber auch Restaurantbetreiber Sinan Ayhan der für ein riesiges Buffet sorgte. Das Îda-Êzî-Fest ist gleichzusetzen mit Weihnachten – nur dass es die Eziden etwas früher als die Christen feiern. Vorausgegangen ist eine dreiwöchige Fastenzeit, in der jeweils Dienstag bis Donnerstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, etwa zwölf Stunden, gefastet wird. Freitag wird dann gefeiert.

Der Ursprung der Feier ist sehr alt und findet sich im
Kult um König Mithras aus dem 1. Jahrhundert. Es fällt immer in die Zeit der Wintersonnenwende. Im Ezidentum nimmt die Sonne einen hohen Stellenwert ein und wird als das sichtbare Symbol Gottes verstanden. Die Eziden stammen aus dem Nordirak. Sie datieren ihre Entstehung auf die Zeit 600 vor Christi.

Knapp 400 Eziden leben mittlerweile in Springe und umliegenden Ortschaften. Etwa 150 von ihnen hatten sich zu diesem Fest im Kulturheim eingefunden. Unter ihnen sehr viele Jüngere. Sie nutzen dieses Zusammentreffen, um auch neue Kontakte innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft zu knüpfen – denn Eziden ist es nicht erlaubt, Andersgläubige zu heiraten. „Heute ist es wichtiger denn je, unser Fest öffentlich zu zelebrieren. Angesichts der Verfolgung durch den ISIS müssen wir näher zusammenstehen“, so Waslu. Er war auch dankbar für die Unterstützung aus den Reihen seiner Glaubensbrüder, ohne die so ein Fest nicht möglich sei.

Die Verantwortlichen freuten sich, dass sie Bürgermeister Christian Springfeld mit seiner Familie sowie Mitarbeiter aus dem städtischen Sozialamt begrüßen konnten. Gastfreundschaft war bei dieser Feier nicht nur eine Floskel – sondern wurde auch seitens der Gastgeber vorgelebt. Hozan Jenedi und seine Band sorgten indes bis in den späten Abend mit ihrer Musik für Tanz und ausgelassene Stimmung, der sich kaum einer der Gäste entziehen konnte.



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