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Experten-Trio soll Impfkampagne der Region begutachten

SPRINGE/REGION. Nach den jüngsten Impfpannen hat die Region Hannover einen Expertenrat ins Lebengerufen, der die Impfkampagne "flankieren und prozessbegleitend unterstützen" soll. Das hat Regionspräsident Steffen Krach am Montag angekündigt.

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 „Wir haben uns nach den jüngsten Vorkommnissen zusammengesetzt und überlegt, wie die Impfkampagne in Zukunft noch besser präventiv gegen Fehler geschützt werden könnte. Alle internen und externen Abläufe und deren Schnittstellen werden nochmal auf Fehleranfälligkeiten überprüft“, sagte Krach.

Er bezog sich auf die Impfpannen im Zoo, als einigen Kindern die Erwachsenendosis verabreicht wurde. Wenig später wurde bekannt, dass die Impfteams der Region Moderna-Impfstoff, der zu lange als vorgesehen gelagert wurde, gespritzt hatten.

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"Eine der größten Impfkampagnen Deutschlands"

Drei erfahrene Kräfte sollen nun eingesetzt werden, um die Impf-Abläufe und die Logistik zu validieren. Die mit dem Impfen beauftragten Hilfsorganisationen haben dieses Engagement der Region Hannover sehr begrüßt. Steffen Krach betont: „Wir haben mit hohem Tempo gemeinsam mit den Hilfsorganisationen eine der größten Impfkampagnen Deutschlands installiert. Es ging uns dabei immer um Schnelligkeit aufgrund der sich anbahnenden Omikron-Welle, was bis hierher auch sehr gut funktioniert hat. Die schnell etablierten Prozesse in den Impfteams werden nun überprüft, um aus Erfahrungen zu lernen. Gemeinsam mit der Gesundheitsdezernentin bin ich davon überzeugt, mit dem Expertenrat tatkräftige und erfahrene Unterstützung für die Region Hannover gewonnen zu haben.“

Das sind die Experten

Der Expertenrat setzt sich zusammen aus Dr. Petra Rambow-Bertram, Koordinatorin des Impfmanagements am Klinikum Region Hannover (KRH), Alfred Blume, Leiter der Technischen Einsatzleitung der Region Hannover und Katastrophenschutzexperte, sowie Matthias Vonnemann, Leitender Impfarzt der Impfteams der Region Hannover.

Dr. Petra Rambow-Bertram bündelt beim KRH bereits im Rahmen des Kooperationsmanagements verschiedene Themenbereiche und vernetzt diese. Zudem verfügt sie über Erfahrungen im Impfstoffmanagement. Alfred Blume ist ein erfahrener Krisenmanager und war bereits in den Aufbau des Behelfskrankenhauses involviert. Außerdem ist er Träger des Ehrenzeichens in Silber des THW, das ihm für seine Verdienste im Katastrophenschutz verliehen wurde. Er soll vor allem darauf achten, wo Arbeitsprozesse optimiert werden können. Matthias Vonnemann soll in seiner Rolle als Leitender Impfarzt vor allem die Impfstoffverteilung und die dahintersteckenden Abläufe analysieren und koordinieren.

Regionspräsident Steffen Krach zum weiteren Vorgehen: „Die Gesundheitsdezernentin Cora Hermenau und ich haben mit den Hilfsorganisationen vereinbart, dass wir schnell alle internen Strukturen und Arbeitsabläufe überprüfen. Der Expertenrat wird regelmäßig hinzugezogen und in die bestehenden Austauschrunden zwischen der Gesundheitsdezernentin und den Hilfsorganisationen mit einbezogen werden.“

Gesundheitsdezernentin appelliert an Bürgerinnen und Bürger

Parallel zur laufenden Impfkampagne bleibt die Entwicklung der Pandemie weiterhin im Fokus des Gesundheitsamts. Gesundheitsdezernentin Cora Hermenau: „Die Entwicklung der Infektionszahlen deckt sich ziemlich genau mit dem, was unsere Statistiker prognostiziert haben. Es werden täglich digital von den Laboren so viele Fälle übermittelt, wie es bisher in der Region Hannover noch nie der Fall war. Wir gehen davon aus, dass wir es nahezu ausschließlich mit der hochansteckenden Omikron-Varianten zu tun haben.“ 

Diese – das legen wissenschaftliche Studien nahe – ist deutlich ansteckender, bringt allerdings vor allem bei geimpften Menschen eine geringere Virenlast mit sich. „Das ist einerseits eine gute Nachricht, sorgt andererseits aber dafür, dass Schnelltests oft trotz Infektion nicht anschlagen“, erklärt Hermenau. „Daher appelliere ich an den gesunden Menschenverstand: Konsequentes Tragen der Masken, Abstand und wenn möglich Home-Office helfen, das Virus nicht weiterzuverbreiten.“

 




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