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Der frühere SPD-Vorsitzende Heinz Bähre ärgert sich über seinen Nachfolger / Kritik an Finanzpolitik

Ex-Bürgermeisterkandidat tritt aus Partei aus

Springe (mf). Knapp zwei Monate nach seiner parteiinternen Abstimmungsniederlage ist der frühere Bürgermeisterkandidat Heinz Bähre aus der SPD ausgetreten. Als Begründung nennt er fehlende Gemeinsamkeiten mit Ortsverein und Stadtratsfraktion.


Zum Abschied las Bähre seinen Genossen noch mal die Leviten: Die Haushaltsberatungen hätten deutlich gezeigt, dass kaum jemand in der SPD bereit sei, „die absolut desolaten finanziellen Schwierigkeiten ernsthaft anzugehen“. Stattdessen werde wie auch in den anderen Parteien weiter „gewurschtelt“ und der „Karren in den Dreck gefahren“. Die Partei verschließe die Augen vor unbequemen Wahrheiten wie einem Millionen-Schuldenberg und führe stattdessen nutzlose Debatten um 1000-Euro-Zuschüsse für den Kulturbetrieb. „Das ist mit mir nicht zu machen.“

Doch es sind offenbar nicht nur Differenzen im Bereich der Finanzpolitik, die den Bennigser nach 30 Jahren zur Rückgabe seines Parteibuches bewogen haben. Bähre, der immerhin selbst einmal dem Ortsverein vorstand, ist ausgesprochen schlecht auf den amtierenden Parteichef Eberhard Brezski zu sprechen. In seinem Austrittsschreiben beklagt er „sehr bedenkliche Verhaltensweisen“ des Vorsitzenden. Brezski habe ihm beispielsweise nicht nur „poltrige E-Mails“ geschrieben. Bei persönlichen Begegnungen auf dem Bennigser Bahnhof sei es sogar zu „lautstarken Ausbrüchen“ gekommen.

Fest steht: Brezski war über die Kandidatur Bähres und dessen öffentliche Verlautbarungen nicht sonderlich erfreut. „Über deine Presseäußerungen bin ich äußerst verärgert“, ließ er ihn beispielsweise in einer E-Mail Mitte September wissen. Bähre wiederum fühlt sich durch Nichtachtung gestraft, wirft Brezski vor, nie das Gespräch mit ihm gesucht zu haben. „Selbst bei einer berechtigten Verärgerung hätte vielleicht irgendwann mal ein Telefonat etwas bereinigen können. Aber ich glaube, er kennt nicht einmal meine Telefonnummer; zumindest hat er es geschafft, fünf Monate nicht anzurufen.“

Für Brezski ist der Fall erledigt, wie er auf Anfrage deutlich machte. „Ich weiß, dass Heinz Bähre mit meiner Person ein Problem hat, aber in einer so großen Organisation kann man es nun mal nicht jedem Recht machen.“ Er habe den Rücktritt deshalb zur Kenntnis genommen und die Sache ad acta gelegt.

Heinz Bähre hatte sich im Herbst als Bürgermeisterkandidat der SPD beworben. In einer Mitgliederversammlung unterlag er allerdings sehr deutlich der Hemminger Rechtsanwältin Silvia Jünke.



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