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Erstmals nach 22 Jahren: Springer Kirchen verzichten auf ihre „Heiligen Nächte“

SPRINGE. Seit 22 Jahren gehört die ökumenische Andachtsreihe „Heilige Nächte“ zum festen Veranstaltungsprogramm in der Deisterstadt. Zwischen dem 2. Weihnachtsfeiertag und dem 6. Januar treffen sich Gläubige an jedem Abend um 18 Uhr in einer anderen Kirche oder Kapelle im Stadtgebiet. Jetzt fallen die Kurz-Gottesdienste erstmals ersatzlos aus.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite
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„Viele bedauern die Absage“, hat Pastor Eckhard Lukow in den vergangenen Tagen erfahren. „Das war immer eine Art kleiner Kirchentag für uns.“ Die beiden Hauptorganisatoren Annette Buß und Heike Lemon hätten die Corona-Lage aber schon im Spätherbst richtig eingeschätzt und sich für eine Auszeit entschieden. Trotz Lockdowns war das im vorigen Jahr anders: Elf der eigentlich 13 „Nächte“ wurden damals geplant und angekündigt. „Mehrere Termine mussten dann aber relativ spontan abgesagt werden“, erinnert Altenhagens Pastor Lukow.

„Aufgeschoben“ heißt nicht „aufgehoben“

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Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen und sich immer wieder ändernden Auflagen habe sehr an den Kräften gezerrt – vor allem den Kräften der Ehrenamtlichen, ergänzt St.-Andreas-Pastor Klaus Fröhlich. Da sei es besser, jetzt ein Jahr auf die „Heiligen Nächte“ zu verzichten und dann „in einem Jahr mit viel neuer Energie wieder zu starten“.

Auch Lukow hat keinen Zweifel, dass „aufgeschoben“ in diesem Fall nicht „aufgehoben“ heißt: „Die Veranstaltungsreihe hat zu viele Fans, um sie nach Corona nicht wieder stattfinden zu lassen.“

Im Jahr 1999 feierten die „Heiligen Nächte“ ihre Premiere. Meist gab es ein Motto (zum Beispiel „wesentlich werden“ im vorigen Jahr oder „... und Frieden auf Erden“ im Jahr 2015) und meist ging es am 2. Weihnachtsfeiertag in der St.-Andreas-Kirche los. Dann standen Gestorf, Völksen, Alferde, die katholische Christ-König-Kirche, aber auch St. Petrus, Völksen, Eldagsen, Altenhagen und die Klosterkirche in Wülfinghausen auf dem Programm. Auch die kleinen Kapellen in Alvesrode und in Sorsum, das Dorfgemeinschaftshaus in Mittelrode oder der Nachbarschaftsladen „Doppelpunkt“ am Niederntor waren teils dabei, am Silvesterabend trafen sich die Gläubigen oft bereits um 17 Uhr zu einem Altjahresgottesdienst in Lüdersen.

In Erinnerung rufen, dass Weihnachtszeit länger als drei Tage dauert

Nach der 30-minütigen Andacht wurde ein Punsch ausgeschenkt und zur lockeren Begegnung eingeladen. „Besonders schön ist das Rumkommen im Stadtgebiet. Wir haben so viele schöne Kirchen hier“, sagt Lukow. Die Veranstaltungsreihe wolle auch in Erinnerung rufen, dass sich Weihnachten eben nicht auf Heiligabend und die zwei anschließenden Feiertage beschränkt. Ganz früher dauerte die Weihnachtszeit sogar 40 Tage, vom 25. Dezember bis zum 2. Februar. Die Adventszeit zog sich damals über sieben Wochen. Immerhin bis zum 6. Januar dürfe man sich die Weihnachtsfreude aber auch heute noch gerne erhalten, findet Lukow.mari




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