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Erfahrungsbericht: NDZ-Volontärin Rusmira Colic spendet beim DRK das erste Mal Blut

Erst an die Nadel – dann verwöhnen lassen

Springe. Es soll ja gesund sein. Und außerdem tue ich damit etwas Gutes. So versuche ich, mir vor meiner ersten Blutspende Mut zuzureden. Ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch – zumindest ganz am Anfang.

NDZ-Volontärin Rusmira Colic im DRK-Zentrum bei ihrer allerersten Blutspende.  Foto: jba

Autor:

Rusmira Colic

Gestern Nachmittag: Die große „Sommer-Sonne-Ferien-Aktion“ im DRK-Blutspendezentrum an der Eldagsener Straße beginnt um 14 Uhr. Als eine der Ersten reihte ich mich in die Schlange ein. Schnell werden meine Daten erfasst und mit einem Fragebogen geht es in den ersten Stock. Bei Kaffee, kühlen Getränken und Obst habe ich meine nötigen 22 Kreuze zügig gemacht – Krankheiten, Urlaube, Piercings... Was mir gefällt: Jedem Spender wird zur Abkühlung bei 27 Grad im Schatten ein Eis angeboten.

Danach geht es wieder runter ins Erdgeschoss, wo ich mich wieder in die Schlange stellen muss. An der dritten Station des Tages wird mein Hämoglobin-Wert bestimmt. Das Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen, erfahre ich hier. Er dient dazu, den Sauerstoff in der Lunge zu binden, und über den Blutkreislauf zu den Organen zu transportieren. Mein Wert liegt bei 16 und meine Körpertemperatur bei 36,2 Grad. Alles im grünen Bereich. Es kann also weitergehen. „Der Nächste, bitte“, schallt es da auch schon aus dem Zimmer, in dem Dr. Rolf Wagner sitzt. Der Arzt nimmt sich besonders viel Zeit, um mir als Erstspenderin alles genau zu erklären – und ein paar Späßchen mit mir zu machen, zur Auflockerung. Dann nur noch kurz Blutdruck messen – 126 zu 86, Puls 76 – und ab zur Materialausgabe. Auf einem Tablett bekomme ich alles Nötige für die Blutabnahme serviert: Beutel, Schlauch, Nadel und Ampullen.

Dann geht es los: ab auf die Liege. Rechter oder linker Arm? Ich darf wählen. Also rechts. Hinlegen, Hand zur Faust ballen. Als sich die Nadel auf meinen Arm zu bewegt, schaue ich lieber weg. Ein kurzer Stich, ein kleiner Pieks, und schon hängt die Kanüle in meiner Vene. Vier kleine Ampullen werden für die Laboruntersuchungen gebraucht, ein halber Liter wird zum Spenderblut.

Nach sieben Minuten ist der ganze Spuk auch schon vorbei. War überhaupt nicht schlimm. „Jetzt dürfen Sie noch zehn Minuten liegen bleiben und chillen“, sagt DRK-Pressesprecher Thomas Bischoff, der mich begleitet. Krankenschwester Marta Schrempel achtet penibel darauf, dass Erstspender diese Ruhezeit auch einhalten. Seit 33 Jahren ist sie im Blutspendedienst tätig. „Sie dürfen heute nichts Schweres mehr tragen und auch keinen Sport machen“, sagt Schrempel augenzwinkernd, „lassen Sie sich einfach verwöhnen“.

Das lasse ich mir nicht zweimal sagen – und da nach der Arbeit das Vergnügen kommt, steuere ich als Nächstes das Buffet an. DRK-Koch Eberhard Michna lässt es sich nicht nehmen, für die Spender groß aufzufahren, weiß Bischoff. Bei dem schönen Wetter hat Michna im Garten einen Grill aufgestellt. So kann ich noch eine Weile in der Sonne sitzen und die warmen Temperaturen genießen.

Insgesamt kommen an diesem Tag etwa 180 Spender, von denen erfahrungsgemäß zehn Prozent zum ersten Mal dabei sind. Jährlich gibt es drei Termine beim DRK in Springe: zu Ostern, im Sommer und zu Weihnachten. Da weiß ich ja jetzt schon, wann und wo ich das nächste Mal zur Blutspende gehen kann.



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