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Erschreckend aktuell: Neue Sonderausstellung im Springer Museum

SPRINGE. Der rote Faden ist in diesem Fall ein breiter roter Streifen. An diesem Zeitstrahl bewegen sich die Besucherinnen und Besucher der neuen Sonderausstellung des Museums auf dem Burghof durch die Geschichte von „Krieg, Flucht, Vertreibung“. So lautet der Titel der Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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Sie erhält durch die Ereignisse in der Ukraine eine ungewollte wie erschreckende Aktualität.

Das Bild, das auf die Plakate und Einladungen zur Ausstellung gedruckt ist, hat die Springer Künstlerin Anna Hammer, die aus der Ukraine stammt, gemalt. Es zeigt im Hintergrund ein brennendes Gebäude, davor flüchtende Menschen und im Vordergrund eine Frau, die von Helfern in Empfang genommen wird. Sie weint, ob aus Erleichterung oder Erschütterung? Vermutlich beides.

Der aktuelle Krieg in Osteuropa ist nicht Thema der Ausstellung, zu frisch seien die Ereignisse, „wir wollen uns noch kein Urteil erlauben“, sagt Heidi Dopheide, die Museums-Vorsitzende. Die Ausstellung helfe aber, die Hintergründe der aktuellen Geschehnisse besser zu verstehen, sagt Regina Walter, die Vorsitzende der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg. Sie hat die Ausstellung maßgeblich gestaltet.

Auch Mahnmal auf dem alten Springer Friedhof ist Thema

Mit zahlreichen Fotos und Texten hat sie die deutsche Geschichte ab 1939 aufbereitet. Wie sah Deutschland aus nach der Kapitulation, was passierte danach, wie entwickelte sich die Welt – und mit ihr Springe? Auch zwei Nachkriegsflüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien kommen zu Wort – in Videointerviews, die Dirk Schröder, der Vorsitzende des Fußballmuseums geführt hat. Er hatte auch geholfen, Fördermittel vom Programm „Miteinander reden“ für die Ausstellung einzuwerben.

Die Flüchtlingsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg sind aber nicht das einzige Thema. Denn es gab ja noch weitere: Nach den Balkankriegen in den 1990er-Jahren und 2015/16 vor allem aus Syrien.

Ein Teil der Ausstellung befasst sich auch mit dem „Mahnmal des Ostens“ auf dem alten Friedhof an der Völksener Straße. Und – so lautet der Untertitel – es geht auch um „Integration gestern und heute“. Auch, wenn es zum Teil Ablehnung gibt gegen Flüchtlinge, „heute wollen mehr Menschen helfen, die Bevölkerung ist durchmischter“, sagt Dopheide. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Skepsis größer gewesen, „die Menschen hier hatten ja selber nichts“.

Die Ausstellung „Krieg, Flucht, Vertreibung – Integration gestern und heute“ wird am Sonntag, 22. Mai, um 11 Uhr im Museum auf dem Burghof eröffnet. Sie ist bis zum 28. August zu sehen.

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