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Allein unter Frauen: Oliver Marschall ist Springes einziger Tagesvater / Mehr als nur Betreuung

„Ersatzpapa“ kann spielend waschen und kochen

Springe/Bennigsen (ame). Die beiden aufgedrehten Kinder kommen von der Schule heim und werfen ihre Schuhe und Schulranzen noch im Flur in die Ecke. Salar (10) und Sulaf (9) freuen sich. Gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Sardar (4) und Tagesvater Oliver Marschall – Springes einzigen – soll es gleich ins Schwimmbad gehen.

Oliver Marschall mit seinen drei syrischen Tageskindern: Salar (

„Ich bin jetzt seit Anfang des Jahres in der syrischen Familie, und es ist jedes Mal eine Herausforderung, die verschiedenen Bedürfnisse der drei Kinder unter einen Hut zu bekommen“, erklärt Marschall lächelnd. Dies sei nicht immer einfach, doch wenn alle mithelfen, schaffe er das Abenteuer. Sprachliche Probleme könne er mit der Unterstützung des ältesten Sohnes bewältigen: „Er hilft mir als Dolmetscher, besonders wenn es um das Ausdrücken von Gefühlen geht.“

Erfahrungen mit eigenen Kindern

Im Gegensatz zu vielen seiner weiblichen Kolleginnen geht der einzige Tagesvater Springes direkt in die Familie, um sich dort um die Kinder zu kümmern. „Ich bin an zwei Tagen die Woche halbtags für sie da. Und meine Aufgaben gehen dabei über das Betreuen, Spielen und Fördern hinaus“, berichtet der 43-Jährige. So müsse er sich neben den Kindern auch um den Haushalt kümmern – kochen, waschen, putzen – alles kein Problem für ihn, sagt er. Schließlich ist er auch selbst dreifacher Papa.

Bereits seit über 15 Jahren arbeitet Marschall als Tagesvater. „Ich bin sehr früh Vater geworden und habe meine drei Söhne größtenteils allein aufgezogen, während meine Partnerin im Berufsleben stand.“ Angefangen habe dann alles in einer befreundeten Familie: „Ich habe mich neben meinen auch um ihre Kinder gekümmert.“

Seit Mitte der 90er-Jahre ist Marschall nun für das Jugendamt Springe tätig. Seither kümmere er sich vorwiegend um verhaltensauffällige Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren. Dort sei der Bedarf an Tageseltern am größten. „Ich arbeite gerne an der Basis und greife direkt in die Familie ein“, erklärt Marschall seine Motivation für den Job. „Ich bin froh, dass es sich finanziell langsam für mich lohnt, da der Stundensatz erhöht wurde.“ Endlich sehe er eine Perspektive und Anerkennung für seine Arbeit. Allerdings hofft der Bennigser noch auf Verbesserungen im Bereich der Unfallversicherung: „Diese Frage ist noch nicht hinreichend geklärt, und keiner kann genau sagen, wann die Versicherung greift.“ Schließlich könne es schon mal passieren, dass ein Kind die Treppe oder das Klettergerüst hinunterfällt.



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