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Erhard Stehr gibt sein Amt als Ortsbeauftragter des THW ab

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

SPRINGE. Technik ist irgendwie sein Ding – und wie! Seit 30 Jahren ist Erhard Stehr als Ortsbeauftragter das prägende Gesicht des Technischen Hilfswerks (THW) in Springe. Am Sonnabend, 24. September, übergibt der 65-Jährige sein Amt an einen Nachfolger. Wer ist dieser Mann, der Tag und Nacht für die Bundesorganisation gearbeitet hat – ehrenamtlich?

Dass man Dinge macht, ohne dafür unmittelbar etwas zu bekommen, ist für Stehr eine Selbstverständlichkeit. Von der er aber niemals viel Aufhebens gemacht hat. In den 80er-Jahren war er Vorsitzender der Sportfreunde Springe, bevor er ins THW eintrat – bis heute ist er auch bei den Freunden des Wisentgeheges als Vize-Vorsitzender aktiv, hilft bei Bauarbeiten und unterstützt bei Tiertransporten.

Sein Herz, das schlägt aber für das Blau des Technischen Hilfswerks. „Bevor ich Ortsbeauftragter wurde, habe ich natürlich meine Frau gefragt. Sie war gerade hochschwanger – und hat ja gesagt“, sagt Stehr am Schreibtisch sitzend. Vor ihm liegt ein großer Stapel mit Akten, Urkunden und Festschriften. Alles für und über den Katastrophenschutz. „Wissen Sie – wenn die Frau da nicht mitzieht, dann gibt es Ärger“, sagt er. Und lächelt verschmitzt.

Mitgemacht hat er so ziemlich alles, was man beim THW erleben kann: Eiskatastrophen – 1984 war das Leine-Wehr an der Calenberger Mühle zugefroren und drohte zerstört zu werden, die Springer THWler sprengten es eisfrei – aber auch das Grubenunglück 1975 in Ronnenberg, „da war die ganze Straße eingestürzt“, Hochwasser, Tierrettungen, Häuser, die einzustürzen drohten.

„Ich bin seit 42 Jahren im THW ¨– und seit 40 Jahren in Führungspositionen“, sagt der Mann mit dem grauen Bart und dem freundlichen Gesicht. Der damalige Ortsbeauftragte Friedel Beckmann, erkannte rasch, dass Student Stehr ein fähiger Helfer war. Einer, der nicht nur anpacken, sondern auch Einsätze planen konnte. Rasch wurde Stehr Zugführer und damit verantwortlich für die Ernstfälle: Immer, wenn der Technische Zug, das Herz des THW, raus musste, sagte Stehr, was zu tun war. Und was nicht.

Seit Januar 1988 kümmerte sich Stehr als Ortsbeauftragter um die Geschicke des gesamten THW in Springe: vom Haushalt über die Ausbildung der Helfer bis zur Einsatzausrüstung. Alles war sein Ding.

„Das können Sie nicht machen, wenn Ihre Frau nicht hinter Ihnen steht“, sagt er. Und sie stand hinter ihm. Einmal, als die Helfer mit einer Raupe eine Straße in der Nähe eines Übungsplatzes im Wisentgehege bauten, brachte sie allen, die mit angepackt hatten, portionsweise Gulasch mit Spätzle in den Wald. Verpflegungsleistung war ehrenamtlich.

„Wir haben so viele Sachen gemacht. Einmal, da haben wir einen Gerätekraftwagen gebaut. Wir brauchten eben noch einen.“ Der gelernte Ingenieur konnte so was, deshalb machte er es. Ein Jahr später bekamen die Springer Helfer dann doch einen Original-Wagen spendiert.

Ziemlich viel hat sich verändert seit der Zeit. Die Kameraden in Blau haben mehrfach die Unterkunft und die Fahrzeughallen gewechselt: von der alten Langen Straße in die Friedrichstraße und schließlich zum aktuellen Standort „In der Wanne“. Stehr immer mit vornweg – als Planer, Organisator. Immer ehrenamtlich. „Bei der Mannschaft war immer gute Stimmung“, sagt er.

Denn das habe für ihn immer an erster Stelle gestanden: dass die THW-Arbeit Spaß macht.



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