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Am 24. August kommt „Circus Belly“ in die Stadt – und hat die Tierschützer von Peta im Gepäck

Erbitterter Zirkus-Streit erreicht Springe

Springe. Tierschützer und Zirkusleute sind wie Postboten und Hunde: Ihr Verhältnis ist oft geprägt von tiefem, gegenseitigem Misstrauen. Doch die Auseinandersetzung, die sich der Circus Belly und die Organisation Peta seit Jahren liefern, geht richtig tief. Haupt-Streitobjekt: Schimpanse Robby, 38 Jahre alt. Die nächste Runde des tierischen Zoffs wird jetzt in Springe eingeläutet. Am 24. August kommt das Team von „Belly“ für ein Wochenende auf den Festplatz am Hallenbad. Und dann ist Peta nicht weit.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die Abkürzung des Vereins steht für „People for the ethical treatment of animals“, zu Deutsch: Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren. Doch genau diesen Umgang vermisst die Organisation bei Schimpanse Robby. Der Affe lebt schon seit seinem dritten Lebensjahr im Circus Belly und bei Klaus Köhler – für den Direktor gehört er „zur Familie“.

Das sieht Peta ganz anders: Der „letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus“ werde „unter tierquälerischen Bedingungen gehalten“, das Gehege sei zu klein und niedrig. Er solle lieber in eine Schimpansenauffang- und Rehabilitationseinrichtung in den Niederlanden gebracht werden.

Die Auseinandersetzung hat mittlerweile viel mit Reflexen zu tun, mit Ritualen. Zirkus und Tierschützer reisen miteinander durch die Republik: Wo immer Belly die Zelte aufschlägt, ist Peta schon da. Verbreitet eine vorbereitete Mitteilung an die Medien, informiert die örtlichen tierärztlichen Behörden. Die kommen heraus, kontrollieren Robbys Gehege und die der anderen Tiere. Manchmal finden sie Verstöße, manchmal nicht. Als Köhler und sein Team vor einigen Wochen in Neustadt am Rübenberge gastierten, schaute auch das Veterinäramt der Region Hannover vorbei. Der Amtsarzt erschien mit einer Affen-Fachfrau. Das Gehege sei zu klein, hieß es, es müsse erweitert werden. Regionssprecherin Christina Kreutz erklärte gestern gegenüber der NDZ, beim „Belly“-Gastspiel in Springe vom 24. bis 26. August würde die Einhaltung der Auflagen kontrolliert. Rund um den Auftritt in Hildesheim hatte ein Zoologe erklärt, Robby sei nach so langer auf den Menschen geprägter Zeit kaum resozialisierbar.

Für Zirkusdirektor Köhler ist die „Rettet Robby“-Aktion von Peta eine Kampagne, mit der der Verein Geld und Mitglieder sammeln will. Er hat inzwischen mit seinem eigenen kleinen Ritual reagiert. Seinen Pressemappen legt er Informationen der Anti-Peta-Kampagne „Peta tötet Tiere“ bei – in einem Begleitbrief spricht er von „fanatischen Tierschützern, die alle Zirkusse in Deutschland verfolgen und viel Unsinn und Lügen verbreiten“.

Gegenüber der Neuen

Deister-Zeitung wird er noch deutlicher: „Kriminelle“ seien die Tierrechtler; immer wieder tauchten Vertreter auch vor seinem Zelt auf und demonstrierten.

Wenn beide Parteien auch in Springe ihre üblichen Geschütze auffahren, dann dürfen sich übrigens auch die Mitglieder des Rats sowie Bürgermeister Jörg-Roger Hische auf Post von Peta freuen: Regelmäßig schreibt die Organisation Politik und Verwaltungsspitze an, um in ihrem Kampf für Robby um Unterstützung zu bitten.



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